Ekelgetränk als Rache für schlechte Behandlung

Hausmädchen (32) gibt Arbeitgebern Klowasser zu trinken - und das ist noch nicht alles!

Das Hausmädchen fühlte sich schlecht behandelt, also rächte sie sich auf ihre Art an den Arbeitgebern.
Das Hausmädchen fühlte sich schlecht behandelt, also rächte sie sich auf ihre Art an den Arbeitgebern.
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29. September 2021 - 10:06 Uhr

Einen Monat Gefängnis für Hausmädchen in Singapur

Die 32-jährige Gozar arbeitete als Hausmädchen für eine dreiköpfige Familie in der indonesischen Stadt Singapur. Von ihrem Arbeitgeber fühlte sie sich schlecht behandelt – auch ausreichend Nahrung soll sich nicht bekommen haben. Um sich dafür zu rächen, griff Gozar zu ziemlich ekeligen Maßnahmen: So servierte sie unter anderem Klowasser als Getränk. Dafür musste sich die Philippina jetzt vor Gericht verantworten – und wurde zu einem Monat Gefängnis verurteilt.

Hausmädchen von Überwachungskamera überführt

Im Juni 2020 bemerkte die Chefin des Hausmädchens, dass die teure Gesichtscreme in ihrem Schlafzimmer immer weniger wird. Außerdem entdeckte sie tiefe Fingerabdrücke in den Töpfchen, obwohl sie selbst immer nur leicht in die Creme tippt. Die Frau verdächtigt ihr Hausmädchen Gozar, heimlich die rund 500 Euro teuren Produkte zu benutzen. Also installiert die Familie eine Überwachungskamera – und überführt die 32-jährige. 28 Mal hat sie zwischen dem 29. Juli und dem 8. September die Gesichtscreme benutzt.

Die Familie bringt das Hausmädchen zur Agentur, die das Arbeitsverhältnis vermittelt hat, um ihr zu kündigen. Beim Gespräch dort gesteht Gozar, nicht nur in die Gesichtscreme gegriffen zu haben. Weil sie sich von der Familie schlecht behandelt fühlte, habe sie außerdem in den Wasserkrug gespuckt, aus dem die Arbeitgeberin, ihr Mann und der zweijährige Sohn sich regelmäßig bedienten. Doch nicht nur das, auch Wasser aus der Toilette habe sie als Getränk serviert. Dazu tauchte sie einen Lappen, mit dem sie den Fernseher und die Tische abgewischt hatte, in die Toilettenschüssel. Dann wrang sie den Lappen in einen kleinen Eimer mit Wasser, das zum Reinigen des Fernsehers und der Tische verwendet wurde, bevor sie das Wasser aus dem Eimer in den Krug füllte, berichtet die Zeitung Todayonline aus Singapur.

Gozars Arbeitsbedingungen sind hart

Die stellvertrende Staatsanwältin Grace Teo erzählte bei der Gerichtsverhandlung, Gozar hätte mit ihren ekeligen Taten im September 2019 begonnen und das völlig grundlos. Dem widersprach Gozars Anwalt Kevin Liew: "Wenn sie Fehler machte, wurde sie dafür beschimpft, dumm zu sein." Fast rund um die Uhr hätte Gozar arbeiten müssen, lediglich zwischen Mitternacht und Morgengrauen hätte sie schlafen dürfen. Außerdem habe die Chefin ihr das Handy abgenommen, damit sie ihre Familie nicht benachrichtigen konnte.

Auch Gozars Versorgung durch die Familie war Thema bei der Gerichtsverhandlung. Denn die 32-Jährige wog nur 40 Kilogramm. Sie bekam morgens Brot und Kaffee, Haferbrei am Nachmittag und lediglich Essensreste am Abend. Als sie unerlaubt Eier aß, wurde sie dafür von ihrer Chefin gerügt. Zwei Monatsgehälter wären der 32-Jährigen nicht ausgezahlt worden.

Junge Ausländerinnen werden in Singapur häufig ausgebeutet und wie Leibeigene behandelt. In jedem fünften Haushalt gibt es dort ein Dienstmädchen.

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Gozar hielt Qualen für ihre eigenen Kinder durch

Gozar erzählte bei der Gerichtsverhandlung, sie hätte mehrfach bei der Arbeitsagentur vorgesprochen, um versetzt zu werden – erfolglos. Auch hätte sie mit dem Gedanken gespielt, wegzulaufen, doch sie hätte es nicht getan, weil sie in ihrer Heimat drei eigene Kinder habe, für die sie sorgen müsse.

Nun muss Gozar für einen Monat wegen "Unfug" und "Veruntreuung" ins Gefängnis. Es sei nicht zu dulden, die Arbeitgeber zu bestehlen, ihnen ins Getränk zu spucken und ihnen Toilettenwasser zu trinken zu geben, so Richter Ng Peng Hong: "Wenn Sie Beschwerden haben, gibt es legitime Kanäle, über die Sie loswerden können, aber es ist nicht richtig, es so zu tun, wie Sie es getan haben". (lha)