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"Shop&Go" bei Aldi: App soll Kasse und Scanner ersetzen - wie sind die ersten Reaktionen?

Test-Filiale in London

Aldi-App statt Kasse und Scanner - doch die Neuerung bringt deutliche Nachteile

ARCHIV - 29.09.2014, Großbritannien, London: Eine Frau geht an einem Aldi-Supermarkt in London vorbei. Bis Ende 2021 will der Lebensmittel-Discounter Aldi in Großbritannien trotz unsicherer Brexit-Aussichten 100 neue Filialen eröffnen. (Zu dpa "Aldi
Einkäufe direkt einpacken und per App zahlen - eine Aldi-Filiale in London wagte nun zum ersten Mal den Test.
wo bjw lof pil wst, dpa, Will Oliver

von Gernot Kramper

Nur mit einer App kann man nun bei diesem Aldi einkaufen. In einer Testfiliale erfassen Kameras den Einkauf, man muss nur noch einpacken, beim Verlassen der Filiale wird dann abgebucht. Aber es gibt ein Problem mit den Sonderangeboten.

Mit der Aldi "Shop&Go"-App können Kunden einfach einkaufen - ohne Kassierer oder selber scannen

Ein Supermarkt ohne Kassierer, davon träumen viele Lebensmittelketten. Bisherige Versuche waren nicht wirklich erfolgreich. Sie basierten auf der Idee, dass die Kunden einfach die Arbeit des Personals machen. Sie mussten nach wie vor an eine Kasse und sollten die Waren dann selbst über den Scanner ziehen. Oder durfte mit dem Scanner durch den Laden gehen.

In Großbritannien startet Aldi nun einen neuen Versuch. In einer Test-Filiale in Greenwich, London, können die Kunden bezahlen ganz ohne Kasse und Scanner. Dafür müssen sie die Aldi Shop&Go-App herunterladen. Beim Verlassen des Ladens wird ihr Konto mit den Einkäufen belastet. Vor dem Betreten des Geschäfts muss man sich anmelden, dann geniert die App einen QR-Code, mit dem man durch die Einlassschranke kommt. Ein ähnliches System hat Amazon bereits eingeführt.

Nachteil: Bei Aldi gibt es nur das Dauersortiment und keine Aktionswaren

Die Filiale in Greenwich sei kleiner und insgesamt aufgeräumter als die anderen Geschäfte, schreibt die "Sun". Aber die Reporterin war enttäuscht, dass es nur das Dauersortiment gab und keine Aktionswaren im Mittelgang. Daran muss gearbeitet werden. Auch die anderen Kunden vermissten die attraktiven Angebote.

Rajdeep S. sagte: "Ich schaue jede Woche auf meinem Handy nach, welche Angebote es gibt. Es ist wirklich gut für Schuluniformen. Sie erwarten jedes Mal etwas Neues." Lisa B, war ebenfalls enttäuscht: "Wo ist der Mittelgang? Normalerweise könnte ich den ganzen Tag damit verbringen, in diesem Gang nachzusehen."

Die Enttäuschung war vorherzusehen. Viele Kunden studieren den Aldi-Prospekt genau und erwarten diese Angebote dann natürlich auch im Geschäft.

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Der Einkauf wird über eine lückenlose Kameraüberwachung erfasst. Eine Gesichtserkennung findet sogar heraus, ob die Kunden alt genug sind, um Alkohol kaufen zu können. Der Nachweis ist aber auch über die Mitarbeiter möglich. Das System sammelt allerdings keine biometrischen Daten. Die Herausforderungen sind hoch. So muss erkannt werden, wenn eine Gruppe von Kunden gemeinsam einen Einkaufskorb füllt. Kompliziert wird es auch, wenn sehr ähnliche Produkte mit unterschiedlichen Preisen nah beieinander im Regal liegen. So wie es etwa bei Schokoladentafeln der Fall ist.

Dazu gilt es psychologische Schwellen zu überwinden. So fiel es Testkunden schwer, die Waren direkt in ihre Einkaufstasche zu legen, obwohl das eigentlich eine Erleichterung ist. Die Filiale in Greenwich ist zudem eine idealisierte Umgebung. Hier können derzeit nur Kunden einkaufen, die sich per App registriert haben. Sollte das System ausgerollt werden, müssten die Filialen zumindest für Übergang auch den traditionellen Einkauf per Kasse ermöglichen. Beim Testlauf hapert es auch noch mit der Quittung. Sie trifft erst nach 20 Minuten ein, misstrauische Kunden können sie so nicht in der Filiale überprüfen.

Ob sich das System durchsetzt? Die Reporterin ist skeptisch, die verspätete Quittung gefiel ihr gar nicht, auch wenn alles stimmte. Und bei einem ist sich sicher: Eine Aldi-Filiale ohne die Sonderangebote und die Waren aus dem Mittelgang habe keine Chance, wenn ein besser sortierter Aldi in der Nähe ist.

Hinweis: Dieser Artikel erschien zuerst bei stern.de