Nach Forderung der kanadischen Regierung

Sex mit Mund-Nasen-Schutz – ist das noch anturnend?

Haben wir Sex bald nur noch mit Mund-Nasen-Schutz?
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07. September 2020 - 10:27 Uhr

Ein Kommentar von Tina Tinderina

Ich bin beinahe vom Stuhl gefallen, als ich gelesen habe, dass die kanadische Regierung empfiehlt, ab sofort nur noch Sex mit Mund-Nasen-Schutz zu haben, um die Corona-Infektion einzudämmen. Wie bitte? Wie unerotisch ist das denn?

Corona wird wahrscheinlich nicht via Sperma übertragen

Die kanadische Behörden-Chefin Theresa Tam ist der vollen Überzeugung, dass Personen, die nicht im gleichen Haushalt wohnen, vorsichtshalber mit einer Maske Sex haben sollten. Sie meint: "Die bisherigen Erkenntnisse deuten darauf hin, dass es eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit gibt, über Sperma oder vaginale Flüssigkeiten COVID19 zu übertragen. Aber sexuelle Aktivität mit neuen Partnern erhöht das Risiko einer Infektion/Verteilung über engen Kontakt." Mit dieser Meinung ist sie übrigens nicht allein: Bereits Mitte August forderten die Briten, beim Sex eine Mund-Nasen-Schutz-Maske zu tragen.

Es gibt Menschen, die stehen auf Sex mit Masken…

Natürlich verstehe ich die Sorgen der guten Frau. Man sollte während der Corona-Pandemie nicht wahllos mit Hinz und Kunz in die Kiste steigen und unnötig Körperflüssigkeiten austauschen. Und in vielen Situationen, wo Menschenmassen aufeinandertreffen – wie zum Beispiel im Supermarkt, in der Bahn oder bei Konzerten – finde ich es durchaus sinnvoll, eine Mund-Nasen-Schutz-Maske zu tragen!

Aber Sex mit einer Maske? Da kommt man sich ja vor wie im Swingerclub… Klar, es mag Menschen geben, die auf Verkleidungen während des Aktes stehen.

Aber mal unter uns: Sex ist ja nun auch eine körperliche Anstrengung. Man schwitzt dabei, je nachdem wie intensiv der Geschlechtsverkehr ist, hechelt man manchmal sogar wie ein Hund. Jetzt stellt euch mal vor, ihr müsstet dabei noch eine Maske tragen. Wenn ich in der U-Bahn mit dem Ding auf Nase und Mund alleine nur die Treppen hochgehe, bin ich schon völlig außer Atem. Würde ich eine Brille tragen, wäre diese komplett beschlagen. Wie würde es mir da wohl beim Sex ergehen?

Natürlich ist das kein Ding der Unmöglichkeit. Eine Amerikanerin hat es gerade erst vorgemacht: Sie lag 38 Stunden in den Wehen und hat bis zur Geburt ihres Kindes durchgängig eine Maske getragen. Respekt!

Sex ohne Zärtlichkeiten? Unvorstellbar!

Aber ich stelle mir nicht nur das erschwerte Atmen total abturnend vor. Zum Sex gehört meiner Meinung nach nicht nur das plumpe Reinstecken seines Glieds in ihre Vagina. Es geht doch auch ums Austauschen von Zärtlichkeiten. Wenn er langsam küssend ihren Hals erforscht, sich seinen Weg nach unten bahnt. Ok, das klingt wie in einem billigen Sex-Roman… Aber ihr wisst, was ich meine! Küssen gehört definitiv zum Akt dazu – was mit einer Maske vor dem Mund einfach nicht möglich wäre.

Mein Fazit

In manchen Situationen ist es auf jeden Fall mehr als vernünftig, eine Maske zu tragen – keine Frage! Aber ich bin froh, dass Angela Merkel bislang noch nicht auf die Idee gekommen ist und das Tragen von Mund-Nasen-Schutz beim Sex empfiehlt. Aktuell ist es in Kanada ja auch nur eine Bitte und keine Pflicht. Ich werde jedenfalls weiterhin Geschlechtsverkehr ohne Maske haben – natürlich nur mit ausgewählten Partnern.

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