Müssen wir uns jetzt Sorgen machen?

Schweden: Mehr Fälle lebensbedrohlicher Kinderkrankheit

Im Astrid-Lindgren-Krankenhaus in Stockholm wird ein dramatischer Anstieg von MIS-C-Fällen (Multisystem Inflammatory Sydrome in children) registriert.
Im Astrid-Lindgren-Krankenhaus in Stockholm wird ein dramatischer Anstieg von MIS-C-Fällen (Multisystem Inflammatory Sydrome in children) registriert.
© imago images/blickwinkel, imago stock&people via www.imago-images.de, www.imago-images.de

16. Februar 2021 - 9:55 Uhr

Zusammenhang mit Corona-Pandemie

Beunruhigende Nachrichten aus Schweden: Im Astrid-Lindgren-Krankenhaus in Stockholm wird ein dramatischer Anstieg von MIS-C-Fällen (Multisystem Inflammatory Sydrome in children) registriert, meldet der schwedisch TV-Sender SVT. Die lebensbedrohliche Entzündungskrankheit steht vermutlich im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion und kann zu schweren Schäden am Herzen führen.

+++ Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus finden Sie in unserem Live-Ticker auf RTL.de und rund um die Uhr im Stream auf n-tv +++

Was ist MIS-C?

In diesem Jahr wurde demnach bereits bei etwa 30 Kindern allein in dieser Klinik MIS-C im Zusammenhang mit dem Coronavirus diagnostiziert. Die erkrankten Kinder müssen auf der Intensivstation behandelt werden und erfordern viel Pflege, was die Situation in der Rheumatologie und der pädriatischen Notaufnahme des Krankenhauses erschwert.

Eine genaue Definition der Krankheit gibt es bisher nicht. Britische Ärzte berichteten erstmals Ende April 2020 über Kinder, die nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 an einer Multisystem-Entzündung erkrankten. Sie wird häufig aufgrund einiger ähnlicher Symptome wie Hautausschlag und Fieber mit der Entzündungskrankheit Kawasaki-Syndrom verglichen. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) treten immer zwei der folgenden Beschwerden auf:

  • Hautausschlag an Händen, Füßen oder im Mund sowie beidseitige, nicht eitrige Bindehautentzündung
  • chronisch zu niedriger Blutdruck (Hypotonie) oder Schock
  • Schmerzen hinter dem Brustbein beispielsweise durch eine Funktionsstörung des Herzmuskels, einer Entzündung des Herzbeutels oder der Herzklappen
  • Blutgerinnungsstörungen
  • Magen-Darm-Probleme wie Durchfall, Erbrechen und Bauchschmerzen

Die Erkrankung ist auch besser bekannt als Paediatric Inflammatory Multisystem Syndrome (PIMS).

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Müssen wir uns jetzt Sorgen machen?

In Deutschland sind verhältnismäßig wenige Kinder mit dem Coronavirus infiziert. Und selbst wenn sich ein Kind mit Corona ansteckt, muss es nicht zwangsläufig im Anschluss auch die neue Entzündungskrankheit bekommen. "Wichtig ist zu wissen, dass diese Krankheit erst auftritt, wenn die Corona-Erkrankung schon längst überstanden ist, also 4 bis 6 Wochen danach", so Medizinjournalist Dr. Christoph Specht im Gespräch mit RTL. "Dass Kinder von dieser Krankheit betroffen sind, ist selten. Das muss man erstmal weiter beobachten." Die meisten Kinder erkrankten zwar bisher schwer, dennoch ist PIMS mit entzündungshemmenden Medikamenten gut behandelbar.

TVNOW-Dokus: Corona und die Folgen

Das Corona-Virus hält die Welt seit Monaten in Atem. Auf TVNOW finden Sie jetzt spannende Dokumentation zur Entstehung, Verbreitung und den Folgen der Pandemie.