Darauf sollten Sie beim Online-Welpenkauf achten!

Manuel M. hat schwer erkrankte Welpen online verkauft

Themenbild: Fünf Welpen sitzen im Käfig Foto: Armin Weigel/dpa/Archivbild
Themenbild: Fünf Welpen sitzen im Käfig Foto: Armin Weigel/dpa/Archivbild
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04. Mai 2021 - 10:17 Uhr

Todkranke Welpen über eBay verkauft

Wegen Betrugs und Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz musste sich Manuel M. aus Hamburg am Montag vor dem Amtsgericht Hamburg St. Georg verantworten. Der 33-Jähriger hat schwer erkrankte Hundewelpen über das Internet bei eBay angeboten und verkauft: "Es tut mir leid, ich wollte nicht wahrhaben, was ich da angerichtet habe. Das ist unentschuldbar," so seine Worte im Gerichtssaal. Zwischen März und Juni 2020 hat der Angeklagte fünf Welpen verkauft und den neuen Besitzern eine Erkrankung verschwiegen. In diversen Fällen habe Manuel M. in den Annoncen und auch gegenüber den Käufern gelogen und behauptet, die Welpen seien acht Wochen oder älter.

"Er hat aus gefühlloser Besinnung gehandelt!"

Haus der Gerichte
Eine Außenansicht zeigt das "Haus der Gerichte" in Hamburg,. Foto: picture alliance / dpa
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Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass die Tiere aufgrund einer viel zu frühen Trennung von der Mutter in so einem schlechten Zustand waren. "Manuel M. hat aus gefühlloser Besinnung gehandelt", so die Staatsanwaltschaft. Einige Welpen hätten bereits bei der Übergabe erbrochen und Durchfall gehabt. Werden Welpen zu früh vom Muttertier getrennt, kann sich das Immunsystem noch nicht stabil aufbauen. Somit besteht die Gefahr, dass die Welpen an dem sogenannten Parvovirosevirus erkranken, einer hochansteckenden, weltweit verbreiteten Viruserkrankung, die insbesondere für ungeimpfte Hunde eine große, mitunter tödliche Gefahr darstellt.

Urteil: 3 Jahre Freiheitsstrafe und 2950 Euro Geldstrafe

Im Juni 2020 hielt der Mann nach Überzeugung der Anklage zudem in seiner Wohnung insgesamt elf Hundewelpen in einem Käfig, die jünger als acht Wochen alt waren. Sie waren teilweise ebenfalls an Parvovirose erkrankt. Manuel M. wurde am Montag zu drei Jahren Freiheitsstrafe und einer Geldstrafe von 2950 Euro verurteilt.

So erkennen sie einen seriösen Welpenverkauf

Manuel M. hat schwer erkrankte Welpen online verkauft
Hunde im Lockdown gefragt-Züchter und Verbände besorgt
© dpa, Waltraud Grubitzsch, wg axs

Damit Sie kein Opfer von illegalem Welpenhandel werden, sollten Sie folgende Tipps beachten: "Fragen Sie als erstes nach den Elterntieren. Wenn Sie die nicht sehen dürfen, sollte man hellhörig werden", so Nicole Hartmann vom Hamburger Tierschutzverein. " Und kaufen Sie niemals ein Tier in aller Schnelle, aus Mitleid und weil es ein Schnäppchen sein soll - ob nun aus dem Internet, per Inserat oder auf der Straße!" Ausserdem sollten Käufer immer auf ihr Bauchgefühl hören und die Tiere begutachten: wenn sie schlapp und müde wirken, sollte man von einem Kauf sofort Abstand nehmen. Wer total unsicher ist bei Inseraten, kann sich auch gern vor dem Kauf Feedback im Tierheim einholen.

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