8. Mai 2019 - 17:39 Uhr

Schwanger mit fremdem Uterus

Die junge Amerikanerin Kayla Edwards wird ohne Uterus geboren, eine Schwangerschaft ist somit ausgeschlossen. Doch das Unmögliche tritt ein: Kayla wird tatsächlich schwanger - mit einer transplantierten Gebärmutter, die ihr 2017 von Ärzten der Baylor Universität in Dallas im US-Bundesstaat Texas eingepflanzt wurde. Im Oktober wird endlich ihr kleines Wunder auf die Welt kommen - das es fast nicht gegeben hätte. Wie bewegend der Weg zu ihrem ersten Kind war, sehen Sie im Video.

Auch in Deutschland sind Gebärmutter-Transplantationen geplant

Der Fall von Kayla Edwards ist kein Einzelfall. Bisher sind schon elf Babys nach Gebärmutter-Transplantationen zur Welt gekommen: in den USA und in Schweden. Die erste Geburt nach einer Uterus-Transplantation fand im September 2013 im schwedischen Göteborg statt. Demnächst will auch die Uniklinik Erlangen Deutschlands erstes Gebärmutter-Transplantationszentrum werden.

Transplantation von toter Spenderin nur in Ausnahmenfällen möglich

Bisher wurden in den USA, Tschechien und der Türkei zehn weitere Gebärmutter-Transplantationen von verstorbenen Spenderinnen durchgeführt. Keine von ihnen resultierte allerdings in einer Lebendgeburt - das Organ muss also offenbar von einer lebenden Spenderin stammen.

Doch eine Ausnahme gibt es: Nach einer künstlichen Befruchtung brachte eine Brasilianerin in Sao Paulo das weltweit erste Kind nach einer Uterus-Transplantation von einer Verstorbenen gesund zur Welt.

Strenge Voraussetzungen für Uterus-Spende

Die Voraussetzungen für die Gebärmutter-Transplantation sind streng. Es kommen nur Frauen in Frage, die ohne Gebärmutter zur Welt gekommen sind oder diese durch Krankheit oder einen Unfall verloren haben. "Die Frauen müssen aber auch eine enge Verwandte haben, die bereit ist, ihre Gebärmutter zu spenden", sagt Professor Brucker von der Uniklinik in Tübingen. Dann ist das Risiko, dass das Organ abgestoßen wird, am geringsten. Voraussetzung ist auch, dass die Eierstöcke intakt sind.

Vor der Transplantation findet die Vorbereitung für eine Labor-Befruchtung einer Eizelle statt. Der Embryo wird dann unmittelbar nach Einsetzen der Periode mit der gespendeten Gebärmutter implantiert.

Damit der Körper das Organ nicht abstößt, müssen die Patientinnen auch Immunsuppressiva nehmen – Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken.

Im Video: Gebärmutter-Transplantation: Töchter bekommen Uterus der Mutter

2018 erregte ein ähnlicher Fall aus Schweden große Aufmerksamkeit: In Schweden haben zwei Frauen die Gebärmutter ihrer Mutter eingepflanzt bekommen. Im Video sehen Sie, wie die Transplantation zwischen den Verwandten stattgefunden hat.