2 Abgeordnete im Bundestag kollabiert

Schwächeanfall: Ursachen und Symptome

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8. November 2019 - 12:28 Uhr

2 Schwächeanfälle im Bundestag

Sind die Arbeitsbedingungen im Bundestag unmenschlich? Diese Frage stellt man sich, nachdem innerhalb eines Sitzungstages gleich zwei Parlamentarier ärztlich behandelt werden mussten. Die Abgeordnete Simone Barrientos und der nordrhein-westfälische CDU-Abgeordnete Matthias Hauer erlitten beide am 7. November einen Schwächeanfall. Wir erklären Ihnen die Ursachen für einen Schwächeanfall und dessen Symptome - und wie Sie in einer solchen Situation richtig reagieren.

Symptome eines Schwächeanfalls

Bei einem Schwächeanfall wird das Gehirn nicht mit mehr mit ausreichend Blut versorgt wird. Durch den temporären Mangel an Sauerstoff kann es schnell zu folgenden Beschwerden kommen:

  • Blässe im Gesicht
  • Schwindel
  • kalter Schweiß
  • Übelkeit
  • Betroffenen wird schwarz vor Augen oder nehmen ein Flackern wahr
  • Atemnot
  • Kopfschmerzen
  • Ohrensausen
  • Zittern

Ursachen für einen Schwächeanfall

Wenn der Kreislauf plötzlich ohne große Vorwarnung zusammensackt, ist es für manche Menschen ein sehr furchteinflößender Zustand, oft sind die Ursachen dafür aber harmlos. Der Schwächeanfall ist eine Folgeerscheinung, wenn Betroffene zu niedrigen Blutdruck (Hypotonie) haben. Dafür gibt es verschiedene Ursachen:

  • zu schnelles Aufstehen nach langem Sitzen
  • langes Stehen
  • Wetterumschwung - schwüles Wetter oder große Hitze
  • niedriger Blutzucker
  • Dehydration nach zu wenig Flüssigkeitsaufnahme
  • Stress

Maßnahmen bei einem Schwächeanfall

Wenn Ihnen bei einem Schwächeanfall schwindelig oder schwarz vor Augen wird, sollten sie sich sofort setzen. Legen Sie sich hin und lagern Sie die Beine hoch, damit das Blut wieder zurück in den Kopf wandern kann. So verhindern Sie auch Verletzungen durch einen möglichen Sturz. Lässt sich der Blutfluss nicht regulieren, kann es auch zur Ohnmacht führen.

Halten die Kreislaufbeschwerden an, können in seltenen Fällen schwerere Erkrankungen, wie Infektionen oder Herzprobleme dahinterstecken, die vom Arzt genauer untersucht werden müssen. 

Parlamentarier dürfen während Sitzungen kein Wasser trinken

Die Linken-Abgeordnete Anke Domscheit-Berg hatte die Arbeitsbedingungen im Bundestag als "unmenschlich" kritisiert. Die Parlamentarier dürften während der Sitzungen nicht einmal Wasser trinken, schrieb sie. "Dehydrierung ist ungesund" und behindere das Denken und die Konzentration.

Zudem bemängelte sie die langen Plenarsitzungen und die zahlreichen Termine. "Ich kenne kaum Bundestagskollegen ohne chronischen Schlafmangel", schrieb Domscheit-Berg. "Wenn man gute Politik haben möchte, muss man auch gute Arbeitsbedingungen dafür schaffen."

Quelle: DPA/RTL.de