„Es war einmal eine Krankheit mit dem Namen Corona"

Schule im Corona-Modus: Buch gibt Einblick in Gefühlswelt der Kinder

11. Juni 2021 - 16:11 Uhr

Verein bringt Buch „Schule im Corona-Modus – Eindrücke und Erlebnisse von Schülerinnen und Schülern“ heraus

Schulen dicht, Homeschooling, keine Freunde treffen: Schülerinnen und Schüler in Hessen haben in der Corona-Zeit besonders gelitten. Wirklich zugehört hat ihnen aber niemand, sagen sie. Das soll sich jetzt ändern, denn der Verein "Aktion Hessen hilft" bringt ein Buch heraus, dass die Geschehnisse der letzten Monate aus Sicht der Kinder wiedergibt.

400 Schüler aus ganz Hessen arbeiten an dem Buchprojekt

Normalerweise initiiert der Verein Hilfsprojekte mit Schülern, um Menschen in Not zu helfen. Doch diesmal waren es die Schüler selbst, die Hilfe brauchten, findet Herausgeber Tobias Greilich: "Viele waren froh, einfach mal gehört zu werden. Für viele war wichtig, sagen zu können, was ihnen auf der Leber brennt." 400 Schüler aus ganz Hessen haben an dem Projekt teilgenommen und mit ihren Erzählungen 464 Seiten gefüllt. Die Zeit der Isolation hat auch bei den Jüngsten unserer Gesellschaft Spuren hinterlassen.

Psychotherapeutin zu Kindern in der Corona-Zeit: "Die Psyche ist gefährdet"

Das weiß auch Kinder- und Jugendpsychotherapeutin Miriam Hoff. Depressive Störungen und Rückzugstendenzen würden bei ihren jungen Patienten zunehmen. "Die Altersstufe der Jugendlichen ist die Altersklasse, die am meisten soziale Kontakte braucht. Wenn das über einen längeren Zeitraum wegfällt, ist die Psyche auch gefährdet", so Hoff.

Den Schülerinnen und Schülern aus Fritzlar, die wir mit unserem RTL-Team besucht haben, hat die Arbeit an dem Buch gut getan. Indem sie über ihre Ängste gesprochen haben, konnten sie gleichzeitig anderen Kindern Mut machen. (fge)

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