Kultusminister-Chefin Britta Ernst im RTL-Interview

„Wir werden mindestens das nächste Schuljahr brauchen, um Defizite auszugleichen"

10. März 2021 - 13:46 Uhr

Was brennt Ihnen in Sachen Schule auf der Seele?

Kaum ein Thema hat in der Corona-Krise die Gemüter mehr erhitzt als das Thema Schule: Home-Schooling, Digitalisierungs-Stau, gestresste Schüler, Eltern und Lehrer. Kultusminister-Chefin Britta Ernst beantwortet im Video auch Fragen der RTL-User.

Auch sie ärgere sich darüber, wenn der Digital-Unterricht nicht klappt und verspricht, auch regelmäßig zu überprüfen, ob die Lehrer guten Unterricht machen. Die Bildungs-Folgen der Corona-Pandemie würden uns aber bestimmt zwei bis drei Jahre beschäftigen, so Ernst.

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Ernst: „Wir überprüfen auch selber, ob der Distanz-Unterricht funktioniert"

Sie würde viele verärgerte Briefe von Eltern erreichen und verstehe auch, dass Familien verzweifelt seien. "Der Unterricht ist ja jetzt sehr transparent. Man sieht die guten Leistungen der Lehrkräfte, die glaube ich auch die Mehrheit sind, man sieht aber auch, wo es nicht klappt", sagte Ernst im RTL-Interview. "Wir überprüfen auch selber, ob der Distanz-Unterricht funktioniert, ob die Videoformate wirklich eingesetzt werden, dass der Kontakt gehalten wird. Das sind Vorgaben, die wir geben und wenn wir Hinweise bekommen, dass dem nicht nachgegangen wird, ärgere ich mich genauso," so Ernst.

Die Folgen für die Kinder seien nicht in drei Sommermonaten aufzuholen, so Ernst. "Wir werden mindestens das nächste Schuljahr brauchen, wenn nicht sogar länger, um Defizite auszugleichen." Daher würden die Kultusminister gerade an zusätzlichen Unterstützungsprogrammen arbeiten. "Das wird uns aber zwei, drei Jahre beschäftigen, da brauchen wir uns nichts vormachen." Geplant seien Sommerschulen, zusätzliches Personal wie Lehramtsstudenten oder aus dem freiwilligen Sozialen Jahr, Ganztagsschulen am Nachmittag, um die Bildungslücken zu schließen.

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