Firmen sollen Zugang zu Nutzerdaten gehabt haben

Schon wieder Ärger mit Facebook: Neuer Daten-Skandal

Facebook soll anderen Firmen Zugang zu Nutzerdaten ermöglicht haben.
Facebook soll anderen Firmen Zugang zu Nutzerdaten ermöglicht haben.
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19. Dezember 2018 - 21:05 Uhr

Facebook soll Microsoft, Netflix und Spotify Zugang zu privaten Daten verschafft haben

Die Skandale um Facebook hören nicht auf. Wieder gibt es neue Vorwürfe gegen das Online-Netzwerk: Facebook soll Spotify, Netflix und Microsoft ohne die Zustimmung der Nutzer personenbezogene Daten weitergegeben und den Streaming-Diensten sogar den Zugriff auf die privaten Chats der Nutzer ermöglicht haben.

Ein schwarzes Jahr für den Netzwerk-Giganten

Keine andere Online-Plattform hat dieses Jahr so viel Kritik und Vorwürfe um die Datensicherheit seiner Nutzer bekommen wie Facebook. Erst im März dieses Jahres wurde bekannt, dass die britische Datenanalyse-Firma, die im US-Wahlkampf 2016 auch für den späteren Präsidenten Donald Trump arbeitete, sich vor Jahren unerlaubt Zugang zu Daten von Millionen Facebook-Nutzern verschafft hatte. Nun gibt es wieder neue Vorwürfe gegen den Netzwerk-Giganten.

Laut einem Bericht der "New York Times" hat das Online-Netzwerk Firmen wie Microsoft, Netflix oder Spotify umfangreichen Zugriff auf Nutzerdaten gegeben - wieder ohne Einwilligung der Nutzer. Demnach soll beispielsweise Microsofts Suchmaschine Bing Zugriff auf die Namen von Facebook-Freunden der Nutzer gehabt haben. Zudem soll der Konzern den Streaming-Diensten Netflix und Spotify sogar den Zugang zu Privatnachrichten der Nutzer ermöglicht haben. So konnten Netflix und Spotify Facebook-Freunden Serien und Filme über den Messenger empfehlen.

Facebook verteidigt sich

Facebook verteidigt sich und erklärt, es ginge dabei lediglich um eine Funktion, um Nutzern den Kontakt zu ihren Facebook-Freunden auf anderen Plattformen zu ermöglichen. Kritiker argumentieren, dass dabei zum Beispiel Informationen von Freunden ohne deren Zustimmung weitergegeben worden seien. Zugleich bestätigte Facebook, dass die entsprechenden Schnittstellen zum Teil noch 2017 verfügbar gewesen seien, obwohl der Datenzugang eigentlich 2014 eingestellt wurde. Das hätte nicht passieren dürfen, räumte der zuständige Manager Konstantinos Papamiltiadis ein.

Die "New York Times" berichtete im gleichen Zuge, dass Facebook von Partnern wie Amazon, Yahoo oder dem chinesischen Smartphone-Anbieter Huawei Daten wie beispielsweise Kontaktlisten erhalten habe, die dann unter anderem für Freundschaftsvorschläge genutzt worden seien. Das gehe aus internen Unterlagen hervor, die der Zeitung vorliegen.

In diesem Jahr musste sich Mark Zuckerberg immer wieder für die Skandale rechtfertigen und entschuldigen. Immer mehr Nutzer kehren Facebook den Rücken: In Europa verlor Facebook in zwei Quartalen in Folge jeweils eine Millionen Nutzer. Nun muss der sonst erfolgsverwöhnte Zuckerberg wieder mit neuen Vorwürfen kämpfen.