62-Jähriger musste im Krankenhaus behandelt werden

Schmerzhaftes Corona-Symptom? Patient leidet plötzlich an Dauererektion

Der Patient aus Frankreich ist der erste Fall, der durch Corona an einer Dauererektion litt.
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03. Juli 2020 - 15:44 Uhr

Covid19-Erkrankung hat jetzt wohl noch ein Symptom mehr

Fieber und trockener Husten sind die wohl häufigsten Symptome bei einer Corona-Erkrankung. Manchmal kommen noch Halsschmerzen oder Gliederschmerzen hinzu, oft wurde auch über einen mangelnden Geruchs – oder Geschmackssinn berichtet. Doch jetzt trat bei einem Patienten ein weiteres Symptom auf, was so vorher noch nicht bekannt war. Ein 62-Jähriger Mann kam mit Atemproblemen und einer zuvor positiv getesteten Covid19-Infektion ins Krankenhaus und litt infolgedessen vier Stunden unter einer Dauererektion.

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Penis musste gekühlt werden

Mediziner des Krankenhauses "Centre Hospitalier de Versailles" in Le Chesnay bei Paris beschreiben im Fachblatt "The American Journal of Emergency Medicine" den Fall eines 62 Jahre alten infizierten Mannes, der infolge von Covid-19 vier Stunden lang an Priapismus litt. Priapismus bezeichnet eine schmerzhafte Erektion des Penis, die länger als zwei Stunden dauert. Die Mediziner legten den Mann wegen seiner Atemprobleme ans Beatmungsgerät, stellten aber auch eine Erektion fest. "Der Patient wurde ruhig gestellt und konnte daher keine Fragen beantworten. Aber die Schmerzen einer Dauererektion sind ohnehin als qualvoll bekannt", schrieben die Ärzte. Daher bekam der 62-Jährige Schmerzmittel, der Penis wurden den Angaben zufolge gekühlt.

Patient hatte Blutgerinnsel

Als die Ärzte dem Patienten Blut aus seinem Penis entnahmen, fanden sie zahlreiche "dunkle Blutgerinnsel", die ihren Erkenntnissen nach von einer durch das Coronavirus ausgelösten Thrombose herrührten. Dass schwer erkrankte Covid-19-Patienten häufiger an Blutgerinnseln leiden, haben bereits früher Mediziner beobachtet. Bei etwa einem Drittel der schwer Erkrankten treten Beinvenenthrombosen oder eine Lungenembolie auf. Blutgerinnsel im Penis wurden allerdings vor diesem Fall noch nicht festgestellt. 

Der Mann wurde insgesamt zwei Wochen lang in dem Krankenhaus behandelt und anschließend als geheilt entlassen. Zumindest während seines Krankenhausaufenthalts kam es zu keiner weiteren Dauererektion mehr.

Keine weiteren Fälle bekannt

Die französischen Ärzte schlussfolgerten in ihrem Bericht: "Obwohl die Argumente für einen Kausalzusammenhang zwischen Covid-19 und Priapismus in unserem Fall sehr stark sind, würden Berichte über weitere Fälle die Beweise stärken. Die klinische und labortechnische Darstellung unseres Patienten deutet stark auf Priapismus im Zusammenhang mit einer Sars-CoV-2-Infektion hin."

Es ist bislang der erste und einzige bekannte Fall, bei dem Covid-19 zu einem Priapismus führte. Dennoch merkten die Ärzte in ihrem Bericht an, dass dieses neuartige Symptom ernst genommen und unbedingt korrekt behandelt werden müsse. Sonst könnte es schlimmstenfalls zu "langfristigen Funktionsproblemen" kommen.

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