Razzia im Pott

Schlag gegen den Miri-Clan

24. Juni 2021 - 18:32 Uhr

Gegen sechs Uhr heute Morgen stehen die Einsatzkräfte in Bochum vor der Tür. Zeitgleich schlagen Kollegen an zwanzig weiteren Orten im Ruhrgebiet zu, darunter vor allem in Dortmund. Im Visier der Ermittler: der libanesisch-stämmige Miri-Clan. Vor Ort wollen die Beamten Tatverdächtige festnehmen und Beweismittel sicherstellen – darunter auch Kokain und Waffen.

Razzien erst vor zwei Wochen

In fünfzehn NRW-Städten finden bereits vor 14 Tagen Durchsuchungen statt. Die richten sich gegen den libanesischen Familienclan Al Zein. Die Polizei vollstreckt vier Haftbefehle - beschlagnahmt Wertgegenstände, Bargeld, scharfe Waffen und Drogen.

Clan-Kriminalität nimmt in den vergangenen Jahren immer weiter zu. Allein in NRW zählt das Landeskriminalamt im Jahr 2019 111 Clans. Sieben mehr als im Jahr zuvor. Den Clans werden 2019 über 6000 Straftaten zugeordnet. Besonders problematisch sind die familiären Strukturen der Clans, so Oliver Huth vom Bund Deutscher Kriminalbeamter. Taten würden demnach meist gemeinsam begangen.

Internationale Zusammenarbeit

Razzien gegen Clan-Kriminalität werden meist lange geplant. International arbeiten Behörden bei den Ermittlungen zusammen. So auch heute im Ruhrgebiet, im Fall des Miri-Clans: Französischen Strafermittlungsbehörden haben festgestellt, dass es Mobilfunkanbieter gibt, die der kriminellen Organisation unterstützen, indem sie Kriminellen kodierte Mobiltelefone zur Verfügung zu stellen. Die französischen Behörden haben diese Server gehakt und die Daten an die europäischen Behörden weitergeleitet.

Die Polizei Dortmund ermittelt seit Oktober 2020. Heute dann kann sie sieben Personen festnehmen, darunter hochrangige Clan-Mitglieder. Weitere Haftbefehle sind laut Polizei Dortmund noch offen. Außerdem konnten heute Drogen und andere Beweismittel sichergestellt werden.