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Sarah Harris (25) stirbt nach Überdosis: Chirurg soll seine Freundin von Medikamenten abhängig gemacht haben

Ihm drohen bis zu 78 Jahre Gefängnis

Überdosis! Chirurg soll seiner abhängigen Freundin Medikamente gegeben haben - jetzt ist die 25-Jährige tot

Ein Arzt muss sich vor Gericht verantworten: Ihm wird vorgeworfen seine 25-jährige Freundin mit Betäubungsmittel getötet zu haben.
Die 25-jährige Sarah Harris stirbt an einer Überdosis, wahrscheinlich hat ihr Freund ihr die Betäubungsmittel gegeben.
instagram/harris.sarah87

Er habe ein „verdorbenes Herz“: Mit diesen deutlichen Worten beschreiben Richter den angeklagten Chirurgen James Ryan (49) aus dem US-Bundesstaat Maryland. Er soll seine 25-jährige Freundin von Medikamenten abhängig gemacht haben. Die starb wohl daraufhin an einer Überdosis, wurde im Januar tot im gemeinsamen Haus gefunden.

Verstorbene Sarah Harris schreibt ihrem Freund James Ryan: "Ich fühle mich so desorientiert"

Dafür muss der 48-jährige Mund-Kiefer-Gesichtschirurg sich jetzt wegen Mordes vor Gericht verantworten. Seine tote Freundin sei laut Polizeibericht seine ehemalige Patientin. Gemeinsam haben die beiden sieben Monate in seinem Haus in Clarksburg gelebt, heißt es im Polizeibericht weiter. Doch in dieser kurzen Zeit versinken die beiden in einem Loch: Die 25-jährige Sarah wird abhängig von Medikamenten – die Ryan ihr gegeben haben soll.

Doch damit nicht genug. Ermittler untersuchen die Chatverläufe des Paares und stoßen auf erschreckende Nachrichten. „Ich fühle mich so desorientiert“, schreibt Harris laut Gerichtsakten am 28. September 2021 an Ryan. „Es ist das Ketamin, die Kombination mit dem Neurontin“, antwortet Ryan und bezieht sich sowohl auf eine Anästhesie als auch auf ein Schmerzmittel, heißt es in der „Washington Post“.

Polizisten finden verschiedene Narkosemittel im Haus von James Ryan in Clarksburg

Hinweise deuten darauf hin, dass auch der Mediziner die verschiedenen Drogen konsumiert hat. So sollen ihn seine Angestellten einmal schlafend in seinem Büro gefunden haben. Um wieder aufzuwachen, habe er sogar Ammoniak-Riechsalze gebraucht (durch das Einatmen von Ammoniak wird die Sauerstoffzufuhr schlagartig gesteigert und das erhöht wiederum die Wachsamkeit, Anm. d. Redaktion).

Wie die „New York Post“ schreibt, hätten die Polizisten Flaschen mit Propofol, Ketamin, Diazepam und Midazolam in dem Haus in Clarksburg gefunden. Neben den Narkosemitteln, seien sie auch auf Injektionsnadeln und Spritzen gestoßen. „Diese Flaschen sind nicht die Art von Medikamenten, die normalerweise aus einer Apotheke ausgegeben werden, und sind normalerweise für klinische, medizinische Einrichtungen reserviert“, zitiert die Zeitung die zuständige Polizei.

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Gericht in Maryland: James Ryan wusste, wie gefährlich die Medikamente sind

Laut Anklage würde sich James Ryan mit Anästhesie auskennen – er habe gewusst, wie gefährlich diese Medikamente sind. Außerdem habe er von Harris schlechtem Zustand gewusst. Nach Informationen der „Washington Post“ soll er "eine extreme Gleichgültigkeit" gegenüber ihrem Leben gezeigt haben, indem er ihr ständig die Medikamente gebracht habe. Bei einer Verurteilung wegen Mordes zweiten Grades und damit zusammenhängender Drogendelikte könnten ihm bis zu 78 Jahre hinter Gittern drohen. (anr)