Sandra ist seit zehn Jahren süchtig nach Cannabis: "Es ist wie in einem Gefängnis!"

29. März 2018 - 22:32 Uhr

Gefährliche Cannabis-Sucht: "Man braucht es einfach auf einmal"

"Es gibt Monate in meinem Leben, von denen ich nicht mehr weiß, was ich gemacht habe", sagt die 24-jährige Sandra über ihren Alltag als Süchtige. Seit zehn Jahren ist sie drogenabhängig, unter anderem von Cannabis. Sie warnt davor, die Droge zu verharmlosen. Denn damit fing alles an.

Illegale Drogen: Cannabis auf Spitzenplatz

Ein Mann raucht einen Joint mit Marihuana.
Wird Haschisch oder Gras geraucht, nimmt der Körper das THC schnell über die Atemwege auf. Nach wenigen Sekunden bis Minuten sind die ersten Rausch-Anzeichen spürbar.
© dpa, Daniel Karmann, dk_rf_sv cdt cdt fdt lof

Etwa vier Millionen Menschen in Deutschland rauchen regelmäßig Cannabis. Es laut dem aktuellen "Jahrbuch Sucht 2018" die am häufigsten konsumierte illegale Droge. Nach den jüngsten Zahlen für 2015 haben rund 7 Prozent der 12- bis 17-jährigen Teenager und 6 Prozent der 18- bis 64-jährigen Erwachsenen in einem Jahr Joints geraucht. Insgesamt sei damit innerhalb der vergangenen 25 Jahre ein zunehmender Trend zu verzeichnen, heißt es im Jahrbuch. 

Cannabis: Suchpotential wird oft unterschätzt

Therapiezentrum 'Villa Lilly' im hessischen Bad Schwalbach
Letzter Ausweg: Therapie

Gleichzeitig ist Cannabis auch die Droge, die am häufigsten verharmlost wird. "Es ist cool und man denkt gar nicht an die Konsequenzen", sagt Sandra über den Beginn ihrer Cannabis-"Karriere". Ihre Abhängigkeit begann - wie bei den meisten -  schleichend und irgendwann gab es nichts mehr außer der Droge, das wichtig war.

Inzwischen ist sie im Therapiezentrum 'Villa Lilly' im hessischen Bad Schwalbach in stationärer Behandlung. Selbst vermeintlich normale Dinge wie Kochen muss die 24-Jährige dort wieder neu lernen. "Man wird einfach träger, man hat keine Lust mehr auf nichts", sagt Sandra. Im Video sehen Sie, wie die Sucht ihr Leben bestimmt.

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Gras, Cannabis, Haschisch, Marihuana, Dope : Wo ist der Unterschied?

Hanf-Pflanzen (Cannabis) wachsen in einem Garten.
Seit einem Jahr gibt es Cannabis in Deutschland auf Rezept. Die als Therapiemittel legalisierte Droge soll bald auch in Deutschland angebaut werden. Über den genauen Zeitplan wird allerdings noch gestritten.
© dpa, Oliver Berg, pil sab wie lof

Hanf zählt zu den ältesten Nutz- und Zierpflanzen der Welt. Er wird als Faser-, Heil- und Ölpflanze verwendet. Es gibt aber auch eine andere Seite der Pflanze: Hanf ist die Grundlage verschiedener Rauschmittel, wie zum Beispiel Gras oder Haschisch.

Der wissenschaftliche Begriff für die Hanfpflanze ist Cannabis. Sie wird als Oberbegriff für Haschisch, Gras oder auch Marihuana und Haschöl verwendet. Die Unterschiede haben wir hier für Sie zusammengefasst.