Urteil in Moskau

Alleinstehende Mutter verkaufte eine Woche alten Säugling im Internet - 4 Jahre Haft

Rasulzhan Kyzy Barnokhon hatte in der Hauptstadt Russlands versucht, ihr drittes Kind für umgerechnet 13.400 Euro zu verkaufen.
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03. März 2020 - 9:23 Uhr

Kinder sollen sie beim Dating gestört haben

Was bewegt eine Mutter, ihr eigenes Kind im Internet zu verkaufen? Ein Fall aus der russischen Hauptstadt Moskau sorgt derzeit für viel Aufsehen. Eine 24-jährige alleinstehende Mutter wurde erwischt, als sie ihr drittes Kind für rund 13.400 Euro verkauft hatte - weil es beim Dating mit anderen Männern genervt haben soll. Das Baby war gerade mal eine Woche alt. Nun wurde sie von einem Gericht in Moskau zu vier Jahren Haft verurteilt.

Mutter wurde auf frischer Tat ertappt

Rasulzhan Kyzy Barnokhon wurde in Moskau zu vier Jahren Haft verurteilt.
Rasulzhan Kyzy Barnokhon wurde in Moskau zu vier Jahren Haft verurteilt.
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Das Vorhaben von Rasulzhan Kyzy Barnokhon wurde zum Glück rechtzeitig durchschaut. Der Käufer, mit dem sie sich Anfang 2019 in Moskau traf, arbeitete mit der Polizei zusammen.

Nachdem sie die umgerechnet 13.400 Euro für das Neugeborene annahm, schlug die Polizei zu. Die Mutter wurde verhaftet. Beim Verhör, und später vor Gericht, gab Barnokhon die Straftat zu, berichtet die britische Zeitung "The Sun". Die Frau wurde wegen Menschenhandels mit Minderjährigen vom Richter für schuldig gesprochen und zu vier Jahren Haft verurteilt.

Nicht der erste Baby-Verkauf der Frau

Rasulzhan Kyzy Barnokhon gestand die Tat vor Gericht.
Die junge Mutter gestand die Tat vor Gericht.
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Es war nicht das erste Mal, dass Barnokhon eines ihrer drei Kinder - die von drei verschiedenen Väter stammen - für Geld in den sozialen Medien angeboten hatte. 2017 hatte Barnokhon bereits versucht, ihre älteste Tochter auf diese Weise loszuwerden. Sie suche nach Adoptiveltern für ein einjähriges Mädchen in Moskau, schrieb sie damals in die Anzeige.

Glücklicherweise wurde eine Menschenrechtsorganisation auf das Angebot aufmerksam und fand heraus, dass sie keineswegs ein führsorgliches Zuhause für ihre Tochter suchte. Eine Mitarbeiterin der Organisation gab sich nämlich als Käuferin aus und schrieb Rasulzhan an. Sie antwortete, dass sie sich gerne mit einem Mann treffen wollen würde, das ginge aber wegen ihrem Baby nicht. Deshalb würde sie es verkaufen wollen.

Der Verkauf platzte, als sich Verwandte der jungen Mutter einschalteten und ihr das Vorhaben ausredeten. Es dauerte schließlich zwei Jahre, bis Barnokhon ihre Meinung wieder änderte. Dieses Mal zog sie die Aktion mit ihrem dritten Kind tatsächlich durch. Laut "The Sun" leben die Kinder derzeit bei ihrer Großmutter.