Ärzte können in einer Not-OP Mutter und Kind retten

Russland: Pseudo-Hebammen brechen Baby bei Geburt beide Beine

Russland: Diesem Baby wurden bei der Geburt beide Beine durch unqualifizierte Hebammen gebrochen.
© East2West, Semiluki-Klinik

12. Februar 2020 - 11:40 Uhr

Geburtshorror geht am Ende glimpflich aus

Diese Geburt ist die Horrorgeschichte, die keine Frau hören will - ob nun gerade schwanger oder nicht. Bei einer Hausgeburt im russischen Woronesch haben selbst ernannte Hebammen einem Baby bei einer riskanten und sehr komplizierten Steißgeburt beide Beine gebrochen. Sie gingen davon aus, dass es sich durch den Einsatz homöopathischer Mittel noch drehen würde. Erst als es fast zu spät war, entschlossen sie sich, Mutter und Kind in ein Krankenhaus zu bringen. Dort konnten die Ärzte beide Leben in einer Not-OP retten, wie die "Daily Mail" berichtet.

Baby erlitt Frakturen und Sauerstoffmangel

Die Beine des Babys ragen blau angelaufen und gebrochen aus der Vagina. Die Hebammen, beide ohne Ausbildung, bekommen Panik. Sie wollen auf keinen Fall ins Krankenhaus, denn dann droht ihnen eine strafrechtliche Verfolgung. Denn: Beide tun das, was sie tun, ohne offizielle Qualifikation. Aber sie wissen, dass es jetzt auf jede Sekunde ankommt: Das Leben von Mutter und Kind ist in höchster Gefahr. Sie quetschen sie in den Fahrstuhl und packen sie ins Auto. Ihr Ziel: Die örtliche Semiluki-Entbindungsklinik.

"Unsere Ärzte waren mit einer schlimmen Krisensituation konfrontiert", erzählt Krankenhaussprecherin Oksana Kozlova, "aber konnten das Leben der beiden retten." Das Baby erlitt Frakturen und einen Sauerstoffmangel, aber befindet sich jetzt wieder in einem guten Zustand. Es ist weiter in Behandlung, konnte die Klinik aber schon wieder verlassen.

Immer mehr Menschen wünschen sich eine Hausgeburt

Chef-Gynäkologin Olga Samofalowa
Gynäkologin Olga Samofalova ist entsetzt darüber, dass sich gerade viele gebildete Menschen eine riskante Hausgeburt wünschen. Sie seien durch schöne Bilder aus den Sozialen Medien beeinflusst.
© East2West, Semiluki-Klinik

Gynäkologin Olga Samofalova stellt entsetzt fest, dass immer mehr Menschen in der Region eine natürliche Hausgeburt wünschen. Sie seien "von schönen Geschichten aus sozialen Netzwerken über Show-Stars beeinflusst". Besonders überrascht sie, dass Hausgeburten mit Pseudo-Hebammen "vor allem von Frauen mit höherer Bildung gewünscht werden". Dieser Fall ist in ihren Augen der Beweis, dass die Realität ganz anders aussehen kann. Natürliche Geburten können, wenn nicht von ausgebildeten Hebammen begleitet, mit schweren Verletzungen, massiven Blutungen, Abszessen und Nekrosen enden. In deren Folge verlieren die Frauen ihre Gesundheit und manchmal auch ihre ungeborenen Kinder.

Der Vater des Babys, Iwan Z., verteidigt die Wahl der beiden Hebammen namens Valeria und Ekaterina. "Ich habe geglaubt, die beiden seien entsprechend qualifiziert, Hausgeburten durchzuführen." Er bedauere es zutiefst, den beiden Amateur-Hebammen vertraut zu haben. "Ich bin den Ärzten der Semiluki-Klinik sehr dankbar, dass sie zwei Leben gerettet haben." Von den beiden selbst ernannten Hebammen fehlt seit den Vorfällen jede Spur.

Hausgeburt - wann ist sie sicher?

Auch Herzogin Meghan wollte ihren Sohn eigentlich zu Hause bekommen - letztendlich musste sie für die Geburt dann aber doch ins Krankenhaus. In den Niederlanden werden sogar ganze 30 Prozent der Kinder zu Hause geboren. Sind Hausgeburten jetzt auch in Deutschland der neue Trend? Sarah Schmid brachte ihr Baby draußen in ihrem eigenen Garten zur Welt - ganz ohne fremde Hilfe und im Beisein ihrer anderen Kinder. Im diesem Video erklärt sie, warum. Sind Hausgeburten grundsätzlich gefährlicher? Hier erfahren Sie, was es hierbei zu beachten gilt!