In den letzten 20 Jahren

Gerüchte um Putins Gesundheitszustand - diese Krankheiten werden ihm zugeschrieben

Krebs oder Lepra? Russlands Präsident Putin werden immer wieder Krankheiten zugeschrieben.
Krebs oder Lepra? Russlands Präsident Putin werden immer wieder Krankheiten zugeschrieben.
© dpa, Alexei Druzhinin, AZ hen abl

03. Dezember 2020 - 14:40 Uhr

von Ellen Ivits

In der Gerüchteküche brodelt es wieder: Wladimir Putin sei womöglich an Parkinson erkrankt. Oder an Krebs. Oder er leide unter Depressionen. Solche Spekulationen sind aber nichts Neues. Bereits seit Anfang des Jahrhunderts werden Putin schreckliche Gebrechen angedichtet.

Hinweis: Dieser Beitrag erschien zuerst an dieser Stelle bei stern.de.

Wladimir Putin werden immer wieder Krankheiten zugeschrieben

Der Gesundheitszustand von Waldimir Putin ist ein Staatsgeheimnis. Aber je geheimnisvoller etwas ist, desto mehr Gerüchte ranken darum. Das betrifft auch die möglichen Gebrechen des russischen Präsidenten. Ob ein Husten oder zitternde Hände – alles wird genauestens beobachtet und analysiert. Mehrere seltsame Auftritte Putins haben in den vergangenen Wochen eine neue Welle an Spekulationen ausgelöst. Der Kreml-Chef soll an Krebs, Parkinson und Depressionen leiden, und zwar gleichzeitig - so wird an manchen Stellen behauptet.

Dies ist jedoch keineswegs das erste Mal, dass Putin ernsthafte Gesundheitsprobleme zugeschrieben werden. Hier eine kleine Auswahl der körperlichen Leiden, die dem Staatschef im Laufe der Jahre zugesetzt haben sollen. Einige Diagnosen wurden ungewollt bestätigt, andere gehören wohl ins Reich der Märchen.

Ekzeme

Im Jahr 2003 veröffentlichte das Magazin "Kommersant-Wlastj" ein Foto eines Treffens zwischen Putin und Tony Blair, dem damaligen britischen Premierminister. Die Bildunterschrift lautete damals: "Am 29. April empfing Wladimir Putin Tony Blair in Nowo-Ogarjowo und scherzte viel mit dem Gast. Die Komik des Treffens wurde durch den Anzug des russischen Präsidenten unterstrichen, der offenbar noch für Boris Jelzin geschneidert wurde", scherzte das Blatt in Anbetracht des sichtlich zu groß geratenen Garderobe Putins.

Die Witzelei gefiel dem Putin-Kreis so gar nicht. Der Präsident sei gezwungen, weite Hosen zu tragen, weil er Ekzeme an den Beinen habe, ließ man verlauten. Und über eine Krankheit zu spotten gehöre sich nicht.

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Rückenschmerzen

Im Oktober 2012 meldete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf einer Quelle in der russischen Regierung, Putin leide unter Rückenschmerzen und müsse sich angeblich sogar einer schweren Operation unterziehen. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow dementierte die Information, erzählte aber, Putin habe sich beim Sport einen Muskel gezerrt. Die Absagen von Putins Besuchen in der Türkei, in Pakistan und in einer Reihe anderer Länder, die in den Medien mit einer Erkrankung des Präsidenten in Verbindung gebracht wurden, erklärte Peskow jedoch mit organisatorischen Problemen.

Wenig später aber verplapperte sich ein Kollege Putins. Der belarussische Diktator Alexander Lukaschenko beklagte sich in einem Interview mit Reuters, er könne aufgrund einer Wirbelsäulenverletzung des russischen Präsidenten nicht mit Wladimir Putin Hockey spielen. "Ich weiß, dass er ein Problem hat. Er liebt Judo. Da hat er einen Kerl hochgehoben, ihn runtergeworfen und dabei sich den Rücken verreckt", wusste Lukaschenko in seiner angeberischen Art zu berichten. Auf der Website des belarussischen Präsidenten wurden seine Worte über das Problem Putins mit seiner Wirbelsäule später herausgeschnitten.

Rückenmarkkrebs

Von Lepra bis Krebs. Russlands Präsident Wladimir Putin werden immer wieder Krankheiten zugeschrieben.
Von Lepra bis Krebs. Russlands Präsident Wladimir Putin werden immer wieder Krankheiten zugeschrieben.
© imago images/photothek, Thomas Imo, via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Im Januar 2014 veröffentlichte das amerikanische Magazin "The Week" einen Bericht, in dem behauptet wurde, Putin leide möglicherweise an Rückenmarkkrebs. Der Autor berief sich dabei auf "erfahrene Experten", denen zufolge eine solche Krankheit durchaus die Ursache für periodische Rückenschmerzen sein kann. Er behauptete gar, Putin habe aufgrund dieser Diagnose eine Begnadigung von Michail Chodorkowski befohlen, um vor "seinem bevorstehenden Tod sein Gewissen zu reinigen".

Bauchspeicheldrüsenkrebs

Im Oktober 2014 meldete die US-Zeitung "New York Post" in einer Beilage, dass bei Putin Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert worden sei. Der Autor des Artikels, der Journalist Richard Johnson, schrieb damals, der russische Präsident werde von einem älteren Arzt aus der ehemaligen DDR wegen der tödlichen Krankheit behandelt. Außerdem behauptete er, Putin sei eine Steroidinjektion verschrieben worden, die der russische Präsident jedoch nicht abgeschlossen habe, da der behandelnde Arzt nicht gerne nach Russland reise. Kreml-Sprecher Peskow dementierte diesen Bericht.

Asperger-Syndrom

Im Februar 2015 veröffentlichte die US-Zeitung "USA Today" einen Artikel, dass im Pentagon bei Putin das Asperger-Syndrom vermutetet wird. Diese autistische Störung beeinflusse alle Entscheidungen des russischen Präsidenten, hieß es. Dies sei das Ergebnis einer Studie des Office of Comprehensive Program Evaluation des US-Verteidigungsministeriums, für die Videoaufnahmen des russischen Präsidenten ausgewertet worden seien.

Lepra

Im Sommer dieses Jahres sorgte der Arzt und Professor Igor Gundarow für Aufsehen, als er behauptete, Putin sei an Lepra erkrankt. Damit habe sich der Kreml-Chef vom Ex-Präsidenten der Ukraine, Viktor Juschtschenko, anstecken können. In einem Interview mit dem Fernsehsender "Stalingrad" sagte Gundarow, dass viele berühmte Menschen an dieser Krankheit leiden würden, aber sie wüssten oft nicht einmal davon, weil erste Symptome der Krankheit erst fünf bis 30 Jahre nach der Infektion auftreten können.

Juschtschenko ist aber wohl nicht an Lepra erkrankt. Er wurde im Präsidentschaftswahlkampf 2004 mit Dioxin vergiftet und dadurch lebensgefährlich verletzt, sein Gesicht wurde stark entstellt. Der heute 66-Jährige ist immer noch davon gezeichnet. Juschtschenkos Konkurrent war damals Ministerpräsident Viktor Janukowitsch, der offen von Putin unterstützt wurde.