Kopf mehrfach unter Wasser gedrückt

Baby stirbt nach Taufe in Rumänien

Diese Aufnahme entstand bei der Taufe - hier ging es dem Baby noch gut.
Diese Aufnahme entstand bei der Taufe - hier ging es dem Baby noch gut.
© ActiveNews Romania

05. Februar 2021 - 13:39 Uhr

Unter Wasser soll Flüssigkeit in die Lungs gelaufen sein

Diese religiöse Feier wurde zum Alptraum: Nach einer Taufe im rumänischen Suceava ist ein Baby gestorben, wie die lokale Zeitung "Monitorul" berichtet. Offenbar sei ihm Wasser in die Lunge gelaufen, als der Priester es unter Wasser drückte. Gegner dieser Tauf-Methode fordern jetzt die Abschaffung des Rituals in dieser Form.

Vater beschreibt den Ablauf in der Kirche

Zu Beginn der Zeremonie scheint noch alles in Ordnung zu sein. Videoaufnahmen aus der Kirche St. Konstantin und Helena liegen unserer Redaktion vor. Sie zeigen, wie der Priester das Baby dreimal mit Schwung unter Wasser taucht. Neben dem Geistlichen steht ein weiterer Mann – womöglich der Vater des Kindes. Beim Untertauchen legt er seine Hand auf die des Priesters. Er lächelt.

Doch die offenbar gute Stimmung ist schnell vergessen, als das getaufte Baby nicht mehr aufhört zu schreien. "Während des Gottesdienstes weinte der Junge und er wurde seiner Mutter zum Stillen gegeben, um sich zu beruhigen. Ich glaube, er wurde zwei Minuten lang gestillt", sagte der Vater der Zeitung. Er berichtet, dass das Baby nach der Taufe auf eine andere Art und Weise geschrien hätte als gewöhnlich. "Er weinte anders, er hatte Wasser geschluckt".

Wie viel, das hat der Vater nach eigener Aussage erst später im Krankenhaus erfahren. "Ich fand von den Ärzten heraus, dass er 110 Milliliter Wasser inhaliert hatte. Das Baby hatte Blut in der Nase", erzählte der Vater der Lokalzeitung.

Rumänischer Arzt bestätigt Aussagen des Vaters

Da die Großmutter des Kindes Krankenschwester war, habe sie erkannt, dass das Kind in Not sei. Es soll unter anderem blaue Lippen gehabt haben. "Sie rannte nach draußen und wählte den Notruf", so der Vater. Doch die Ärzte konnten nichts mehr für das Baby tun. Der Junge starb wenig später im Krankenhaus.

Dr. Dan Teodorovici, der Sprecher des Suceava County Hospital, sagte dem rumänischen Sender "Digi24", er könne die Aussagen des Vaters bestätigen. Das Baby kam demnach mit Atemstillstand in die Klinik. Am Montag sei es dann gestorben. "Er starb an Verletzungen aufgrund von Sauerstoffmangel", sagte der Arzt über den kleinen Jungen.

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Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Priester

Jetzt wollen die Eltern den Priester zur Rechenschaft ziehen. Polizei und Staatsanwaltschaft haben bereits Ermittlungen wegen "schuldhaften Mordes" eingeleitet. Angeblich habe sich der Priester bislang nicht zu dem Vorfall äußern wollen.

Ein anderer Geistlicher aus der Gemeinde trat stattdessen vor die Kameras. Der Mann namens Ionel Doru Budeanu wies darauf hin, dass er mit dem beschuldigten Priester geredet habe. Der habe behauptet, das Baby habe vor und nach der Taufe geschrien und sei gesund gewesen, als er es dem Vater übergab. Seiner Ansicht nach müsse man nun schauen, ob das Baby an Wasser oder womöglich an der Muttermilch erstickt sei.

Vorfall sorgt für Ärger in Rumänien

Schon in der Vergangenheit soll es einen ähnlichen Vorfall in Rumänien gegeben haben. Ein Baby soll ebenfalls nach der Taufe am Weihwasser erstickt sein, das berichtet "Monitorul". Jetzt der lokale Verein "Declic" auf die Barrikaden und fordern in einer Online-Petition die Abschaffung dieser speziellen Form des christlichen Rituals. Ihr Ziel: Priester sollen Babys nur mit Wasser beträufeln, nicht untertauchen. Die Petition soll bereits 57.000 mal unterzeichnet worden sein.

Auch in Russland gab es bereits Diskussionen um rabiate Priester und ihr Vorgehen bei der Taufe von Babys. Was eine russische Mutter erlebt hat, lesen Sie hier.

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