Rücktritt "vielleicht ein bisschen früh"

Ex-Rivale und Teamkollege übt Mini-Kritik an Vettel

epa03934700 German Formula One driver Sebastian Vettel of Red Bull Racing celebrates on the podium with his teammate Australian Mark Webber (L) after winning the Formula One Grand Prix of Abu Dhabi at the Yas Marina Circuit in Abu Dhabi, United Arab
Mark Webber und Sebastian Vettel in Red-Bull-Arbeitskleidung.
dpa, Valdrin Xhemaj

Die Formel-1-Karriere von Sebastian Vettel ist seit ein paar Wochen Geschichte. Sein ehemaliger Red-Bull-Teamkollege Mark Webber hätte den 35-Jährigen gerne noch etwas länger in der Motorsport-Königsklasse gesehen. Der Rücktritt des viermaligen Weltmeister kam in seinen Augen "vielleicht ein bisschen zu früh".

Legendäre Zweikämpfe zwischen Mark Webber und Sebastian Vettel

Zu sagen, Sebastian Vettel und Mark Webber hätten nicht immer ein gutes Verhältnis gehabt, wäre untertrieben. Die beiden früheren Red-Bull-Teamkollegen lieferten sich auf und auch abseits der Strecke das ein oder andere schlagzeilenträchtige Scharmützel.

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2010 crashte Vettel in Istanbul mit Stallkollege Webber, obwohl das Bullen-Doppelpack komfortabel führte. 2013 dann die Eskalation. Der Australier führte in Malaysia vor Vettel. Das Team gab die klare Anweisung: „Multi 21“. Heißt: Webber sollte vor Vettel bleiben. Doch der Deutsche suchte den Zweikampf mit dem Garagennachbarn, zog vorbei und siegte. Nicht die feine Art, aber er sei halt „der Schnellere gewesen“, so Vettel, der sich anschließend auch entschuldigte. RB-Teamchef Christian Horner verriet 2022, dass Vettel noch auf Webber sauer gewesen sei, weil er ihm im Finale 2012 den Weg versperrt und somit fast den Titel gekostet hätte.

Nach dem Wechsel von Webber zu Porsche in den Langstreckensport entspannte sich das Verhältnis spürbar. Beide hätten mehrmals Gespräche geführt, das Verhältnis sei entspannt.

In einem Interview mit "Speedcafe" gab Webber nun zu, dass er seinen ehemaligen Teamkollegen gerne noch länger in der Königsklasse gesehen hätte.

Webber über Vettel: "Er fährt noch sehr, sehr gut

Das Timing für seinen Rücktritt habe der Deutsche zwar genau richtig getroffen, vielleicht sei dieser aber doch "ein bisschen zu früh" gekommen", sagte der Australier: "Ich glaube, dass er immer noch sehr, sehr gut fährt. Ich habe ihm gesagt: 'Ich denke, dass du zu früh dran bist.' Darüber haben wir dann beide gelacht."

Er sei froh, dass Vettel seine Karriere ohne größere Zwischenfälle beenden konnte. "Ich bin begeistert, dass er an einem Stück ist. Er hatte eine großartige Karriere und war in den ersten Jahren eine unaufhaltsame Kraft. Selbst in seinen letzten Jahren konnte er immer noch einige besondere Dinge machen", lobte Webber den den Deutschen.

Vettel werde in der Formel 1 "sicher vermisst werden", ergänzte der Australier, der bei seinem früheren Teamkollegen eine beeindruckende Entwicklung beobachtete: "Am Ende hat er unglaublich gut reflektiert und angefangen, dem Sport viel Gutes zu geben, was am Anfang seiner Karriere vielleicht nicht so war." (msc/sport.de)