Unter anderem Ibuprofen betroffen

Fehlerhafte Beipackzettel: Arzneimittelunternehmen ruft diverse Medikamente zurück

Es sind zahlreiche Medikamente betroffen.
© Digitalpress, Josef Müllek

03. Februar 2020 - 11:46 Uhr

Puren Pharma ruft 235 Chargen mit Medikamenten zurück

Das Münchner Arzneimittelunternehmen Puren Pharma hat 235 Chargen mit Medikamenten zurückgerufen, darunter das Schmerzmittel Ibuprofen und der Blutdrucksenker Candesartan. Die Texte der Beipackzettel entsprachen nicht den Vorschriften, wie die Regierung von Oberbayern am Freitag mitteilte. Dies sei bei einer anlassbezogenen Inspektion im Dezember aufgefallen.

Warnhinweise und Nebenwirkungen in Packungsbeilagen nicht aktuell

In der offiziellen Mitteilung des Unternehmens heißt es: "Aufgrund der nicht aktualisierten Packungsbeilagen hinsichtlich der Wechselwirkungen/­Warnhinweise/­Hinweise und der daraus resultierenden Nebenwirkungen oder neu hinzugefügten Nebenwirkungen für den Patienten, die in Umsetzungs­bescheiden zu PSUSA´s vom BfArM angeordnet und nicht fristgerecht umgesetzt wurden, werden im Einvernehmen mit der zuständigen Überwachungsbehörde, der Regierung von Oberbayern, einige Fertigarzneimittel der PUREN Pharma zurückgerufen."

Diese Medikamente von Puren Pharma sind betroffen

  • Atorvastatin PUREN (Filmtabletten)
  • Candesartan PUREN (Tabletten)
  • Candesartan-comp PUREN (Tabletten)
  • Diclo-Divido (Retardkapseln)
  • Docetaxel Aurobindo (Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung)
  • Finasterid PUREN (Filmtabletten)
  • Fluvastatin PUREN (Retardtabletten)
  • Ibuprofen PUREN (Granulat)
  • Lansoprazol Aurobindo (magensaftresistente Hartkapseln)
  • Levetiracetam (PURENFilmtabletten)
  • Levodopa/Carbidopa/Entacapon PUREN (Filmtabletten)
  • Oxaliplatin Aurobindo (Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung)
  • Oxycodonhydrochlorid PUREN (Hartkapseln und Retardtabletten)
  • Oxycodon-HCl/ Naloxon-HCl PUREN (Retardtabletten)
  • Quetiapin PUREN (Filmtabletten)
  • Topiramat PUREN (Filmtabletten)

Dass Ibuprofen nicht ganz ungefährlich ist, ist bekannt. RTL sprach 2019 mit einer jungen Kölnerin, die nach der Einname des Schmerzmittels fast gestorben wäre.

Dass Medikamente nicht immer gut sind, ist nicht neu. Kürzlich riefen Apotheker dazu auf, die Nasentropfen "Otriven gegen Schnupfen" zu verbieten, um Kinder zu schützen.