RTL-Aktuell-Moderatorin Ulrike von der Groeben im Interview

Ulrike von der Groeben über ihr Fitnessprogramm und ihr soziales Engagement.

20. Juni 2016 - 17:00 Uhr

"Ohne die Ehrenamtlichen würde kein Sportverein in Deutschland bestehen"

Ulrike von der Groeben gehört zu den bekanntesten Sportmoderatorinnen im Nachrichtenbereich. Bereits seit 27 Jahren berichtet sie um 18.45 Uhr über glorreiche Siege und dramatische Niederlagen. Doch die RTL-Aktuell-Moderatorin kommentiert nicht nur Spielergebnisse im TV, sondern treibt auch selber viel Sport, um fit zu bleiben. Auch setzt sich die zweifache Mutter in ihrer Freizeit tatkräftig für soziale Projekte ein.

Sie waren in Köln 'Ehrenamtspatin' bei einem Sportverein. Warum haben Sie sich für dieses Engagement entschieden?

Ohne die Ehrenamtlichen würde kein Sportverein in Deutschland bestehen. Das müssen wir uns immer wieder klar machen. Der ganze Breitensport bei uns läuft nicht, wenn es nicht die helfenden Hände gäbe. Angefangen bei den Spieler-Müttern, die schmutzige Trikots zum Glänzen bringen, über die Fahrgemeinschaften zu Wettbewerben bis hin zu den Betreuern und Trainerinnen. Das läge ohne die ehrenamtlich Engagierten im Vereinssport völlig brach -und wäre nicht finanzierbar. Deshalb ist das, was bei Vereinen ehrenamtlich geleistet wird ein enormer Beitrag für unsere Gesellschaft.

Finden Sie, dass die ehrenamtliche Arbeit genügend gesellschaftliche Anerkennung erfährt?

Die Ehrenamtlichen engagieren sich ja meist nicht, weil sie stets Anerkennung wollen. Wie bei ihnen im Verein bringen die Freiwilligen sich ein, weil sie Spaß dran haben und gemeinsam was erreichen möchten. Aber sicher könnten Eltern und Spieler öfter mal Danke sagen und den Einsatz der Trainerin oder Betreuerin loben. Ich war 'Ehrenamtspatin' in Köln. Da werden einmal im Jahr viele engagierte Bürger vom Bürgermeister zum Empfang eingeladen. Dort stehen sie einen Tag lang im Mittelpunkt auf der großen Bühne. Aber das ist ein bisschen wie beim Muttertag. Der ist ja auch nur einmal im Jahr. Es müsste öfter anerkennende Worte geben. Eine Idee wäre, den enormen Einsatz in der Freizeit auch in Arbeitszeugnissen deutlicher hervorzuheben. Denn das Engagement neben Job und Familie zeigt ja auch, das eine Frau oder ein Mann teamfähig ist und in der Gesellschaft etwas verändern möchte. Das ist wunderbar.

Wie wichtig finden Sie es, dass Kinder früh Sport treiben? Und was können sie ihrer Meinung dabei lernen?

Ich bin überzeugt, dass es gut und wichtig für Kinder ist, wenn sie regelmäßig Sport treiben und die Gemeinschaft einer Mannschaft erleben können. Und im Sportverein treffen sie auch andere Bezugspersonen, die ihnen ein Vorbild sein können. Im Kindergarten oder in der Schule treffen sie nun mal sehr häufig auf Frauen als Erzieherin oder Lehrerin. Beim Sport können vor allem Jungs in ihren Trainern Vorbilder finden. Da haben sie Persönlichkeiten, zu denen sie auch aufschauen können. Das kann ein wichtiger Entwicklungsschritt im jungen Alter vor allem für Jungs sein. Für Mädchen natürlich auch.

New-York-Marathon mit Peter Kloeppel

Ulrike von der Groeben über ihr Fitnessprogramm.
RTL Moderatorin Ulrike von der Groeben in der Sport-Redaktion mit Kollegen.

Und welchen Sport treiben Sie, um sich fit zu halten?

Ich mache vier bis fünf Mal die Woche Sport. Meine große Leidenschaft ist das Joggen. Fast jeden zweiten Tag ziehe ich meine Laufschuhe an und renne los. Ich bin schon mehrfach Marathon gelaufen – einmal sogar mit meinem Kollegen Peter Kloeppel. Gemeinsam haben wir in New York die 42 km gepackt. Aber ganz ehrlich, ich schaue Sport auch gerne mal im TV. Ich bin großer Fan von Borussia Mönchengladbach.

Gibt es neben dem Fußball noch einen Sport, für den Ihr Herz schlägt?

Handball ist spannend. Ein schneller, körperbetonter, harter aber auch fairer Sport. Die Spielerinnen und Spieler knallen oft nach Fouls auf dem Boden, stehen aber gleich wieder auf und spielen weiter. Das gefällt mir. Aufstehen, weiter machen. Beim Fußball wird bei jeder Nickeligkeit gejammert. Da ist Handball viel dynamischer und die Spiele sind spannender, weil sie oft sehr knapp ausgehen. Das fasziniert mich sehr. Deshalb bin ich Handball-Fan.

Was haben Sie gemacht als Deutschland dieses Jahr die Handball-EM gewonnen hat?

Ich war auf einem Geburtstag eingeladen. Zum Glück waren da auch einige Handball-Fans und wir haben zwischendurch immer wieder auf einen Fernseher geblinzelt. Ich war froh, denn das Finale war ja nicht so extrem spannend wie die vorherigen Partien der Nationalmannschaft. Das hätte ich nicht ausgehalten. Als dann abgepfiffen wurde, haben wir erst mal mit einem Bier angestoßen und gejubelt. Es war auch ein besonderer Turniersieg, finde ich. Er kam überraschend und war doch sehr verdient – trotz vieler verletzter Leistungsträger. Diese deutsche Handballmannschaft hat das ganze Turnier Siegeswillen und Teamgeist ausgestrahlt. Bewundernswert. Sie haben wohl immer geglaubt es gemeinsam schaffen zu können. Sie haben nie aufgegeben, sich immer wieder motiviert. Das macht Handball aus – und das ist auch eine tolle Aussage für alle jungen Mannschaften: Gemeinsam kann man es schaffen.

Das Gespräch führte Hero Warrings (RTL-Hauptstadtstudio Berlin)