Pietro L. investierte Pokergewinne in Kryptos

Knacki wird während der Haft zum Bitcoin-Millionär

Während der Haft von Pietro L. stieg der Bitcoin-Kurs von gut 300 auf rund 45.000 Euro (Symbolbild).
Während der Haft von Pietro L. stieg der Bitcoin-Kurs von gut 300 auf rund 45.000 Euro (Symbolbild).
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24. April 2021 - 10:47 Uhr

Krypto-Millionär Pietro L. lebt jetzt in "Bella Italia"

Mit Fake-Shops im Internet ergaunerte sich Pietro L. (38) 300.000 Euro, wurde dafür zu vier Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Doch bevor er in den Knast kam, legte er noch knapp 10.000 Euro in Bitcoins an. Während der Zeit hinter Gitter ging der Kurs der Kryptowährung durch die Decke. Inzwischen ist L. nicht nur ein freier Mann, sondern auch Millionär, wie die "Bild" berichtet – und genießt sein Leben in Süditalien.

Rosenheimer zockte Kunden mit Fake-Shops ab

Pietro L. war bereits vorbestraft, als der Schwindel ans Licht kam. Gemeinsam mit seiner Ex-Verlobten hatte der Rosenheimer dem Bericht zufolge Waren angeboten, die es nie gab: Fernseher, Handys, Küchengeräte. Hunderte Kunden wurden um ihr Geld gebracht. Einen Teil der Beute konnten die Strafbehörden sicherstellen, L. kam vor Gericht. Das Landgericht Traunstein verurteilte ihn 2015 wegen gewerbsmäßigen Betrugs zu der Haftstrafe.

Strafbehörden kamen nicht an die Bitcoins des Betrügers

Aber kurz vor der Inhaftierung kam Pietro L. die Idee mit den Bitcoins. "Ich hatte noch etwas Geld aus Pokergewinnen übrig, dachte, dass Kryptos eine gute Anlage wären", erzählt er der "Bild". "Damals lag der Kurs bei knapp über 300 US-Dollar. Dass es so durch die Decke geht, das hätte ich aber nie gedacht." Inzwischen ist ein Bitcoin rund 45.000 Euro wert und L.s Depot über 1,2 Millionen.

"Die liegen in gut verschlüsselten Krypto-Wallets", sagt Pietro L. So waren die Bitcoins vor den Strafbehörden sicher, und der Betrüger sah sein Vermögen während der Zeit im Knast wachsen und wachsen. Seit einem halben Jahr ist L. laut "Bild" auf freiem Fuß. "Ich lebe in Süditalien, da wollte ich schon immer hin. Jetzt kann ich es mir leisten", erzählt er dem Blatt.

Pietro L. verklagt Freistaat Bayern auf Schadensersatz

Das Vermögen des 38-Jährigen könnte noch wachsen, auch ohne weiteren Kurssprung beim Bitcoin. Denn er will den Freistaat Bayern auf rund 400.000 Euro Schadensersatz verklagen. Hintergrund: Ein Brief aus dem Gefängnis, in dem er den Freistaat Bayern beleidigt, ist nach Auffassung von Pietro L. ungerechtfertigt geöffnet worden. Daraufhin wurde er dem Bericht zufolge als Gefährdung für die Sicherheit und Ordnung in der Anstalt eingestuft – Hafterleichterungen fielen weg, L. musste die komplette Strafe verbuchen.

Und es sieht gut aus für den Ex-Knacki: Das Bundesverfassungsgericht (BVG) in Karlsruhe hat seiner Verfassungsbeschwerde wegen des abgefangenen Briefes letzte Woche stattgegeben.

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