3. April 2019 - 15:49 Uhr

von Katharina Meyer

"Wir sind mittendrin im größten Artensterben seit den Dinosauriern!" Mit diesen Worten begründete Agnes Becker von der ÖDP (Ökologisch-Demokratische Partei) uns gegenüber das von ihr initiierte "Volksbegehren Artenvielfalt". Rund sieben Wochen nach dem einzigartigen Erfolg der Initiative werden die vorgeschlagenen Maßnahmen zum Artenschutz in Bayern Gesetz.

CSU und Freie Wähler wollen Entwurf komplett übernehmen

Die Hürde von fast einer Million Menschen, die zwischen dem 31. Januar und dem 13. Februar 2019 im Rathaus unterschreiben mussten, um das Volksbegehren zu unterstützen, klang zunächst fast unüberwindbar. Doch letztendlich waren es sogar 1,75 Millionen Wahlberechtigte, die sich für den Artenschutz einsetzten. Damit sprachen sie sich für ein Maßnahmenbündel aus, mit dem laut Becker das Naturschutzgesetz so verbessert werden solle, dass dem Artensterben Einhalt geboten werde - "oder wir es sogar schaffen, einen Umkehrtrend hinzukriegen".

Diese Maßnahmen werden, wie unter anderem die "Augsburger Allgemeine" berichtet, nun Gesetz. Die Regierungsparteien CSU und Freie Wähler sollen den Entwurf zum Artenschutz "in vollem Umfang übernehmen", heißt es dort.

Agnes Becker (ÖDP, M,l-r), Norbert Schäffer (LBV), Ludwig Hartmann (Bündnis 90/Die Grünen) und Richard Mergner (Bund Naturschutz) stehen zusammen mit Unterstützern des Volksbegehrens
Volksbegehren „Artenvielfalt - Rettet die Bienen"
© dpa, Toni Mader, sja

Diese Maßnahmen zum Artenschutz umfasst das Maßnahmenbündel

Welche Maßnahmen dies - unter anderem - sind, verriet Becker im RTL.de-Interview:

  • eine Vernetzung der Biotope in Bayern
  • Artensterben und seine Ursachen in die Lehrpläne von Landwirten integrieren
  • Ausbau der Bio-Landwirtschaft
  • Verringerung der Lichtverschmutzung

Der Erfolg des Volksbegehrens dürfte ein schöner Startschuss für ganz Deutschland sein. Dass wir als Bürger das Thema Umweltschutz auch selbst in die Hand nehmen können - und sollten - zeigen ja derzeit auch viele Schüler im Rahmen der "Fridays for Future"-Streiks. Vielleicht sind weitere Volksbegehren die Lösung, um den Wandel in den Köpfen bald schon in unseren Gesetzen zu verankern. Zumindest solange auch die wahlberechtigten Erwachsenen mit an Bord sind...