Ab Oktober gilt die 2G-Regel!

Reiseveranstalter lässt nur noch Geimpfte und Genesene mitfahren

Bei einem bayrischen Reiseveranstalter werden ab Oktober nur noch Geimpfte und Genese buchen können.
Bei einem bayrischen Reiseveranstalter werden ab Oktober nur noch Geimpfte und Genese buchen können.
© Leitner, Berthold Steinhilber

25. August 2021 - 21:05 Uhr

2G statt 3G!

Busreisen durch die Schweizer Alpen, eine Schiffsfahrt durch Skandinavien oder Flüge nach Andalusien: Pauschalreisen dieser Art wird es bei einem bayrischen Reiseanbieter in Allersberg ab dem 1. Oktober nur noch für Erwachsene geben, die gegen Corona geimpft sind oder als genesen gelten. Leitner Reisen macht als erster Reiseveranstalter in Deutschland aus 3G bald 2G!

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Umsatz verdreifacht

Wie der "Donaukurier" berichtet, informierte das Unternehmen am vergangenen Freitag rund 75.000 Kunden per Mail über diesen Schritt. Und obwohl die Ankündigung erst ab 1. Oktober greift, berichtet Geschäftsführer Christoph Führer von einem echten Boom! Schon am Sonntag habe das Unternehmen den dreifachen Umsatz im Vergleich zum Sonntag zuvor gemacht. Am Montag und Dienstag lag die Steigerung immer noch bei satten 120% im Vergleich zur Woche. Auch Neukunden habe er gewonnen.

Bei vielen würde die Entscheidung zu einem größeren Sicherheitsgefühl führen, ist sich Führer sicher. Gleichzeitig werden seine Gäste bei Flugreisen oder Schiffsfahrten aber auch weiter auf Gäste anderer Reiseveranstalter treffen, die ihre Reisen auch für Getestete anbieten. "Ich kann natürlich nur das beeinflussen, für das ich auch inhaltlich und juristisch verantwortlich bin", erklärt Führer RTL. Politische Gründe seien für seine Entscheidung dagegen in keinster Weise ausschlaggebend.

Ungeimpfte erschweren Organisation

"Es geht hier überhaupt nicht um ideologische Fragen", betont Führer. Vielmehr sind aus seiner Sicht auch organisatorische Gründe ausschlaggebend. Bei Leitner-Reisen seien 90 bis 95% der Kunden geimpft. Aber gerade jene Ungeimpften würden die Organisation der Reisen erschweren.

Bei der Rückkehr von einer Schweizer Busreise müsste zum Beispiel ein PCR-Test gemacht werden – "dann darf aber in die Apotheke nur alle zehn Minuten einer rein." Bei fünf Tests sei da schnell eine ganze Stunde Aufenthalt einzuplanen. "So kann eine reibungslose Reise immer schlechter durchgeführt werden", sagt er.

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Geschäftsführer Christoph Führer betont, dass seine Entscheidung keine politischen Gründe hat.
Geschäftsführer Christoph Führer betont, dass seine Entscheidung keine politischen Gründe hat.
© Leitner, Berthold Steinhilber

Heftige Kritik in Sozialen Netzwerken

Für seine Kunden seien die neue Regeln kein Problem, vielmehr seien viele schon vor Wochen auf ihn zugegangen, was ihn dieser Entscheidung bestärkt habe. Doch in den Sozialen Netzwerken hagelt es Kritik für die Entscheidung. "Auf so einen Reiseveranstalter verzichte ich liebend gerne. Jeder, der eine solche Einstellung hat, verdient es echt, dass er pleite geht. Von mir kriegt keiner auch nur einen Funken Mitleid", ist nur der Facebook-Kommentarspalte unter dem Beitrag der "Passauer Neue Presse".

"Ich akzeptiere natürlich die Meinung anderer Menschen, aber ich finde es sehr bedauerlich, dass die Kommentare teilweise extrem unsachlich und diskreditierend sind", sagt Führer und ergänzt: "Außerdem haben wir festgestellt, dass unter die Kommentatoren zu 99% nicht zu unseren Kunden zählen."

Andere werden nachziehen

Dass Leitner Reisen als erster Veranstalter die 2G-Regel einführt, sei gar nicht so geplant gewesen. Führer geht davon aus, dass nun viele aus der Branche, aber auch aus ganz anderen Bereichen, diesen Schritt gleichfalls gehen werden - sowie auch schon deutsche Kreuzfahrt-Reedereien, die nur noch geimpfte oder genesene Gäste mitnehmen. Wer mit dieser neuen Regelung nicht einverstanden ist, kann seine Reise ab Oktober im übrigen kostenlos stornieren. (xst)