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"Rat-City" Chicago will Rattenplage eindämmen - mit streunenden Katzen

Rattenfänger statt Tierheim

"Rat-City" Chicago will Rattenplage eindämmen - mit streunenden Katzen

Ratten sind in manchen Teilen Chicagos ein großes Problem, die Stadt ist auf Platz 1 der rattenreichsten Städte der USA - dicht gefolgt von Los Angeles und New York.
Ratten sind in manchen Teilen Chicagos ein großes Problem, die Stadt ist auf Platz 1 der rattenreichsten Städte der USA - dicht gefolgt von Los Angeles und New York.
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Nachfrage riesig: Zwei Jahre Wartezeit für "Cats at Work"-Patenschaft

Schon zum sechsten Mal in Folge wurde Chicago zur "rattenreichsten" Stadt der USA ernannt. Ein unrühmlicher Titel, den die „Rat-City“ loswerden will – und zwar mit auf den ersten Blick kurios anmutenden Mitteln. Streunende Katzen werden in Gegenden mit hoher Nagetier-Frequenz ausgesetzt, um die Plage einzudämmen. Ein Erfolgsmodell, das sich längst bewährt hat.

Statt im Heim eingeschläfert zu werden, vertreiben die Katzen Ratten

Wer jetzt denkt: Aber dann folgt doch eine Katzenplage – werden als nächstes die Hunde losgelassen?, irrt. Denn der Plan ist auch in diese Richtung ausgefeilt. Sämtliche „Community Cats“ werden vorab kastriert und geimpft und anschließend freiwilligen Haus- und Geschäftsbesitzern anvertraut, die sich verpflichten, sie mit Futter, Wasser, Unterkunft und Pflege zu versorgen und auch medizinisch zu betreuen. Beheizte Outdoor-Katzenhäuschen und Wassernapf, Katzenklo und Wärmekissen können von der gemeinnützigen Organisation "Tree House Humane Society" (THHS), die das „Cats at Work“-Programm ins Leben gerufen hat, gegen Gebühr ausgeliehen werden. Im Gegenzug hält die Fellnase die Gegend sauber.

Alle tierischen Jäger sind Stammgäste in Tierheimen und/oder Streuner, die etwa ihr ursprüngliches Habitat verloren haben (z.B., weil sie in einsturzgefährdeten Gebäuden hausten, die abgerissen wurden), nicht in ihre frühere Kolonie reintegriert werden können und sich nicht als Hauskatzen eignen. Statt im Heim zu versauern, am Ende womöglich noch eingeschläfert zu werden, können sie nun ihren Jagdtrieben nachgehen und werden versorgt. Eine klassische Win-Win-Situation.

Katzen-Pheromone schlagen Ratten in die Flucht

Seit 2012 hat THHS nach eigenen Angaben bereits 1.000 Katzen in Chicago (US-Bundesstaat Illinois) ausgesetzt. Je nach Bedarf seien das zehn bis 15 pro Monat. Auch wenn Ratten nicht ihre bevorzugte Beute seien, würden sie in der Regel dennoch einige von ihnen töten, wenn sie eine Gegend neu erobern, sagt Sarah Liss von THHS. Die Ratten würden dieses Areal dann meiden. Zudem verströmen Katzen Pheromone , die demnach ausreichen, um die krankheitsübertragenden Nager fernzuhalten. So wird auf der Internetseite sogar empfohlen, den Katzenkot in die Rattenlöcher zu kippen, um die Untermieter zu vertreiben.

Aktuell sei das Interesse an einer Patenschaft so groß, dass es eine Warteliste gibt. Wartezeit: bis zu zwei Jahre! Aus diesem Grunde seien die Neuanmeldung aktuell auch ausgesetzt, heißt es auf der Homepage. Doch nicht nur die Nachfrage ist hoch, auch der Erfolg gibt dem Programm recht. "Viele unserer Kunden haben uns erzählt, dass sie, bevor sie Katzen hatten, vor ihr Haus getreten sind und ihnen Ratten über die Füße liefen", sagt Liss dem TV-Sender WGN-TV. Dies habe sich deutlich gebessert. Das CAT-Programm sei zu 100% effektiv, wenn es darum gehe, Ratten loszuwerden.(cwa)