Rasenmäher-Eltern: Kindererziehung mit schweren Folgen

16. November 2018 - 14:22 Uhr

Wenn Mama und Papa alle Probleme niedermähen

Nach den Helikopter-Eltern gibt es jetzt eine neue Form überfürsorglicher Mamis und Papis: Die Rasenmäher-Eltern. Der Name ist Programm, denn diese Eltern mähen im wahrsten Sinne des Wortes jedes Hindernis nieder, dass ihren Kindern in die Quere kommt – und bringen sie damit um wertvolle Lebenserfahrung.

Das Problem mit Rasenmäher-Eltern

Ganz klar: Jedes Elternteil wünscht sich, dass das eigene Kind alle Ziele möglichst einfach und sicher erreicht. Rasenmäher-Eltern gehen dafür jedoch so weit, aktiv in das Leben ihrer Kinder einzugreifen. Bei den Hausaufgaben stehen Vater und Mutter dann ihrem Kind von Anfang bis Ende bei. Das geht so weit, dass Mama einfach mal die kompletten Mathe-Hausaufgaben selbst erledigt. Schließlich soll der Nachwuchs in der Schule glänzen. Blöd nur, dass das spätestens bei der nächsten Klausur auffällt. Nämlich dann, wenn der Schüler mit den fehlerfreien Hausaufgaben plötzlich eine fünf kassiert.

Auch in das Sozialleben der Kinder mischen sich Rasenmäher-Eltern ein. Streitet sich der Nachwuchs beispielsweise mit dem Nachbarskind um den Fußball, kommt Papa schnell angelaufen und beendet den Streit. Entweder, indem er entscheidet, wer den Ball kriegt oder indem er einfach einen zweiten Ball ins Spiels bringt. Gefahr gebannt, Kind bleibt mit Fußball – aber ohne Lernerfolg –zurück.

Kinder müssen an Herausforderungen wachsen

Seine Kinder vor allem Schlechten bewahren zu wollen, ist ganz natürlich. Doch ihnen alle Schwierigkeiten zu ersparen, ist ungesund. So können sie zwar nie an Problemen scheitern, aber auch nie an ihnen wachsen. Motivation, Eigenverantwortlichkeit, Zielstrebigkeit – all das sind Eigenschaften, die Kinder nur lernen, wenn sie vor Herausforderungen gestellt werden.

Das kann dazu führen, dass schon kleinste Probleme regelrechte Angstzustände auslösen können. Etwas selbst zu lösen, sind die Kinder schließlich nicht gewohnt. Und nicht nur das: Wenn Eltern ihren Kindern nicht die Möglichkeit geben selbst mit Problemen fertig zu werden, bekommen diese schnell das Gefühl, nicht gut genug zu sein. Die Folge ist ein hoher Erfolgsdruck, dem das Kind nicht gerecht werden kann.

Zusammenhalt, Unterstützung und Geduld sind das A und O

Sicherlich gibt es Situationen, in denen man sich dabei ertappt, als Elternteil ebenfalls den erzieherischen Rasenmäher eingeschaltet zu haben. Das ist nicht weiter tragisch. Doch Kinder sollten lernen, dass Niederlagen ebenso wie Erfolge zum Leben dazu gehören – und man aus ihnen etwas Positives lernen kann. Eltern sollten Ihrem Nachwuchs ruhig mehr zutrauen und sie auch mal Fehler machen lassen. Und das, ohne ihnen das Gefühl zu geben, es sei eine Enttäuschung. Zusammenhalt, Unterstützung und Geduld sind hier das A und O.