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Rache nach 33 Jahren: Vater sticht auf offener Straße auf Mörder seiner Tochter ein

Die Tochter des Mannes wurde vor 33 Jahren Opfer eines Gewaltverbrechens
Granada (Spanien): Ein Mann versuchte, auf offener Straße, den Mörder seiner Tochter zu erstechen. © dpa, Patrick Pleul, ppl;cse ent eri fdt

Späte Rache für grausamen Mord

Die Zeit heilt alle Wunden? Nicht immer. Mehr als 30 Jahre nach dem Mord an seiner Tochter hat ein Vater aus Granada in Spanien auf offener Straße auf den Mörder eingestochen, ohne ihn allerdings lebensgefährlich zu verletzen. Seine Tochter Ana Isabel Fernández Sánchez war 1985 im Alter von nur vier Jahren ermordet worden. Der Mörder der kleinen Ana hatte zuvor 20 Jahre im Gefängnis gesessen.

"Ich werde dich töten"

Als er ihn auf der Straße sah, verlor er die Kontrolle: Mit den Worten "Ich werde dich töten" stürzte sich Juan José Fernández, der Vater der getöteten Ana, auf deren Mörder. Offensichtlich konnte er es nicht ertragen, den Mann in Freiheit zu sehen, der das Leben seiner Tochter und damit sein eigenes zerstört hatte. Mit einem Fleischermesser stach er auf ihn ein und verletzte ihn an Händen und der Nase. Mehrere Passanten eilten zur Hilfe und verhinderten Schlimmeres. An seinem Umgang mit dem Messer wird der Angriff nicht gescheitert sein: Der 70-jährige Fernández war sein ganzes Leben lang Metzger. Die Tageszeitung 'El País' und weitere spanische Meiden berichteten übereinstimmend über den Fall.

In Spanien hatte der grausame Fall vor 33 Jahren Schlagzeilen gemacht. Besonders erschütternd: Der Täter Enrique Sánchez war dem Opfer und seiner Familie gut bekannt: Es handelt sich um den Cousin von Anas Mutter.

Täter wurde zu 40 Jahren Haft verurteilt

Die vierjährige Ana verschwand am 24. Mai 1985 im andalusischen Dorf Huétor Santillán bei Granada. Zwei Tage später wurde sie tot im Brunnen eines verlassenen Gemüsegartens gefunden. Eine spätere Obduktion ergab, dass sie an Wasser und Schlamm des Brunnes erstickte. Am Tag des grausamen Fundes nahm die Polizei bereits den Täter in Gewahrsam. Der damals 22-Jährige hatte die Tat gestanden. Nach eigenen Angaben hatte er das Mädchen in den Garten gelockt, um sie zu vergewaltigen. Als Ana sich wehrte, versuchte er vergeblich, sie zu erwürgen. Als auch das nicht gelang, warf er das Mädchen in den drei Meter tiefen Brunnen und verschloss diesen. Er überließ Anabel ihrem Schicksal und ging nach Hause, als ob nichts geschehen sei.

Im Prozess wurde Enrique Sánchez zu 40 Jahren Haft verurteilt: 28 für Mord, neun für Vergewaltigung und drei für Unzucht. Etwas mehr als 20 davon saß er ab, dann wurde er auf freien Fuß gesetzt. Doch mit dem Angriff durch Ana Vater hat ihn seine Vergangenheit jetzt wieder eingeholt. Zu schwer ist seine Schuld, als dass Juan José Fernández sie ihm vergeben könnte. Jetzt werden sich die beiden erneut vor Gericht treffen. Nur dieses Mal sind die Rollen vertauscht: Nicht Anas Mörder, sondern ihr Vater muss sich jetzt verantworten.

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