Prozess um Tod eines 17-Jährigen in Berlin

Neuen Freund der Ex in Falle gelockt und getötet – Polizist von Verletzungen "erschüttert"

Am Mittwoch begann in Berlin der Prozess gegen drei Männer und eine Frau.
Am Mittwoch begann in Berlin der Prozess gegen drei Männer und eine Frau.
© RTL

12. August 2021 - 11:58 Uhr

Jugendlicher in Park in Berlin-Neukölln gelockt

Weil Falco K. (22) angeblich nicht damit klarkam, dass seine Ex-Freundin einen Neuen hatte, soll er einen teuflischen Plan geschmiedet haben: Gemeinsam mit zwei anderen Männern und einer Frau lockte er den neuen Freund (17) offenbar im Januar 2021 in einen Park in Berlin-Neukölln. Um ihm "eine Abreibung zu verpassen", wie es in der Anklage heißt. Ein Schlag trifft den 17-Jährigen mit voller Wucht am Auge, er stirbt acht Tage nach dem Angriff im Krankenhaus. Beim Prozessbeginn am Berliner Landgericht am Mittwoch erklärte ein Polizist, das Verletzungsbild des 17-Jährigen habe ihn "erschüttert".

Angeklagte wollten 17-Jährigem im Volkspark Hasenheide "Abreibung verpassen"

Jason F. (25) und Leo F. (24) sind wegen Mordes angeklagt. Aileen T. (22) und Falco K. werden Körperverletzung mit Todesfolge und die Beteiligung an einer Schlägerei vorgeworfen: Sie sollen den 17-Jährigen in den Volkspark Hasenheide gelockt haben.

Die Tat geschah nach Auffassung der Ermittler aus Eifersucht. Im Vorfeld gab es laut Anklage Streit zwischen Falco K. und dem späteren Opfer. Der 17-Jährige sei seit kurzem mit K.s früherer Freundin liiert gewesen. Die vier Angeklagten hätten verabredet, dem Jugendlichen "eine Abreibung zu verpassen und ihn bezüglich seines provokanten Verhaltens" gegenüber Falco K. zu bestrafen.

Neuer Freund von Falco K.s Ex starb an schweren Kopfverletzungen

Landgericht Berlin
Das Berliner Landgericht.
© deutsche presse agentur

Falco K. und Aileen T. lockten den 17-Jährigen demnach unter dem Vorwand, ein klärendes Gespräch führen zu wollen, in eine Falle. Jason F. (25) und Leo F. (24) stürzten sich im Park auf den Jugendlichen und schlugen ihn massiv – auch mit einer Glasflasche. Der 17-Jährige erlitt eine Schädelfraktur, durch die Hirnblutungen ausgelöst wurden. Am 31. Januar starb er an den Folgen der schweren Kopfverletzungen.

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Polizist: Angeklagte wirkten nach der Tat unbeeindruckt

Verletzungen, die auch für den Polizisten am Tatort schwer zu ertragen waren, wie er im Prozess sagte. Zwei Zeugen-Pärchen hätten nach der Attacke in der Nähe des 17-Jährigen gestanden. Darunter seien die beiden 22-jährigen Angeklagten gewesen: Sie hätten unbeeindruckt gewirkt und auf Fragen sachlich geantwortet.

Prozess in Berlin: Staatsanwaltschaft geht von niedrigen Beweggründen aus

Die drei männlichen Angeklagten sind seit Ende Februar in Haft. Die Staatsanwaltschaft geht von einem heimtückischen Mord aus niedrigen Beweggründen aus. Zum Prozessbeginn kündigten die Anwälte der Männer an, ihre Mandanten würden sich voraussichtlich am dritten Verhandlungstag am 3. September äußern. (bst)