Mann soll Angriffe gegen schwangere Freundin arrangiert haben

Opfer im Gerichtssaal: "Ich bin ihm immer wieder hinterhergelaufen, habe ihn geliebt"

Mann lässt seine schwangere Freundin verprügeln und wehrt sich gegen das Urteil
Mann lässt seine schwangere Freundin verprügeln und wehrt sich gegen das Urteil
© RTL Nord

14. September 2021 - 15:33 Uhr

Mann ist bereits verurteilt worden

Es sind Vorwürfe, die einen erschaudern lassen. Ein Mann soll zwei Überfälle auf seine schwangere Freundin im Oktober 2019 und April 2020 arrangiert haben, um das gemeinsame ungeborene Kind zu töten – so der Vorwurf des Landgerichts Hamburg. Deshalb ist der 26-Jährige im Juni dieses Jahres zu einer Haftstrafe von drei Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Am Dienstag ging der Angeklagte gegen das Urteil in Berufung. Er gibt Teile der Tat zu – mit erschreckenden Gründen.

Kind muss per Notkaiserschnitt geboren werden

"Ich habe nichts mit dem ersten Fall zu tun", so der Angeklagte am Dienstag vor Gericht. An der zweiten Attacke sei er aber beteiligt gewesen – und die hat zu einem Notkaiserschnitt bei der damals im achten Monat schwangeren Frau geführt. Er habe seine Freundin damit "erschrecken" wollen, denn kurz zuvor habe er rausbekommen, dass sie ihm mit seinem besten Freund fremdgegangen sein soll. Die Schläge in den Unterleib habe er nicht gewollt, sie täten ihm leid: "Ich war nicht so bescheuert, sie zu schwängern und es danach abzutreiben. Ich wollte von ihr nicht nur ein Kind, sondern viele Kinder", so der Verurteilte weiter.

Freundin konnte nie loslassen - Verurteilter mit wirren Äußerungen

Der Angeklagte spricht sogar von einer gemeinsamen Zukunft mit dem Opfer: "Ich wollte das Kind. (...) Ich wollte sie heiraten!" Und auch das Opfer habe lange Zeit nicht von ihrem Peiniger loslassen können, wie es selbst im Gerichtssaal erzählt: "Ich bin ihm immer wieder hinterhergelaufen, habe ihn geliebt!" Das Hamburger Landgericht verurteilte den Mann am Dienstag zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren. (kbü/dpa)