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Urteil in Hamburg: Zweimal soll Ahmad A. versucht haben sein ungeborenes Kind zu töten

3 Jahre und 3 Monate Haft

Zweimal soll Ahmad A. versucht haben sein ungeborenes Kind zu töten

19.04.2021, Hamburg: Ein Angeklagter geht über den Flur vor dem Sitzungssaal des Amtsgerichts St. Georg. Im Prozess gegen zwei 26-Jährige wegen gemeinschaftlichen versuchten Schwangerschaftsabbruchs und gefährlicher Körperverletzung wird am 02.06.202
Prozess wegen versuchten Schwangerschaftsabbruchs
bra, dpa, Marcus Brandt

Überfälle aus dem Nichts

Schläge und Tritte gegen den Bauch: Dieses Martyrium hat Samuela A. erleiden müssen – zweimal! Überfälle aus dem Nichts – offenbar inszeniert von ihrem damaligen Freund Ahmad A.. Seit April sitzt der 26-Jährige wegen versuchtem Schwangerschaftsabbruch in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung auf der Anklagebank. Das Amtsgericht St. Georg hat sein Urteil verkündet: Drei Jahre und drei Monate Haft. Ebenfalls angeklagt war auch ein gleichaltriger Mann. Doch ihm kann keine Tatbeteiligung nachgewiesen werden. Er wird freigesprochen.

Bei der zweiten Tat soll werdender Vater selbst zugeschlagen haben

"Ich dachte in dem Moment, ich sterbe", erzählt die 17-jährige Samuela A. beim Prozessauftakt. Im Oktober 2019 gehen sie und ihr damaliger Freund Ahmad A. spazieren. In einem Park in Billstedt taucht plötzlich ein unbekannter Mann auf und schlägt auf sie ein. Ahmad A. läuft weg und rät ihr später von einer Anzeige ab. Doch dann im April 2020 kommt es zu einem weiteren Angriff. Die 17-Jährige ist im achten Monat schwanger. Plötzlich greift sie jemand von hinten an, schlägt und tritt ihr gegen den Bauch. Samuela A. merkt: Dieses Mal soll sich auch Ahmad A. aktiv an dem Angriff beteiligen. Die junge Frau kann sich in eine Pizzeria retten. Ihr Sohn muss noch am selben Tag per Notkaiserschnitt geholt werden.

Richter: "Das muss man erstmal bringen."

In ihren Plädoyers forderte die Staatsanwaltschaft für den Vater des Kindes dreieinhalb Jahre Haft. Die Verteidiger hatten Freispruch für ihre Mandanten beantragt. Am Mittwoch wird klar: Wegen versuchtem Schwangerschaftsabbruch mit gefährlicher Körperverletzung muss Ahmad A. für drei Jahre und drei Monate in Haft. Bei der Urteilsverkündung macht der Richter deutlich, was er von dem 26-Jährigen hält: „Das muss man erst mal bringen, auf eine hochschwangere Frau einzuschlagen.“ Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (dpa/cto)