Preiskampf bei Kfz-Versicherungen hat begonnen

Deshalb lohnt sich ein Wechsel der Autoversicherung gerade jetzt

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15. Oktober 2019 - 15:28 Uhr

Sinkende Preise beim Abschluss von Neuverträgen

Bei der Kfz-Versicherung lohnt sich für Autofahrer gerade die Untreue: Wer bis Jahresende zu einem anderen Versicherer wechselt, hat gute Chancen, einen günstigeren Tarif zu finden. Für die kommenden Wochen werden die Preise beim Abschluss von Neuverträgen laut der großen Online-Makler Check24 und Verivox sinken - und bis zum Wechselstichtag am 30. November bleiben die Preise dann voraussichtlich niedrig. 

Am 30. November ist Stichtag für den Versicherungswechsel

Jedes Jahr im Herbst wechseln mehrere Millionen Autobesitzer auf der Suche nach einem billigeren Tarif ihre Versicherung. "Erfahrungsgemäß erleben wir ab Mitte Oktober einen verschärften Wettbewerb. Der wird dann sicher wieder bis zum Wechselstichtag am 30. November anhalten", sagt Tobias Stuber, Geschäftsführer der Kfz-Versicherung bei Check24. Ein Indiz des scharfen Wettbewerbs: "Bereits jetzt ziehen allerdings die Kosten für Online-Werbung auf Google deutlich an", sagte Stuber. "Da könnte es in dieser Saison zu neuen Höchstpreisen kommen."

Wie Sie Ihre alte Kfz-Versicherung richtig kündigen, erklären wir hier.

Worauf müssen Autofahrer bei der Versicherung achten?

Block mit Schlüssel
Der 30. November ist Stichtag für den Wechsel der Kfz-Versicherung.
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Was einen Versicherungstarif teuer oder günstig macht und worauf man bei der Wahl des Tarifs achten sollte, haben die Experten der Stiftung Finanztest zusammengefasst:

  • Mehrere Portale vergleichen

Nicht auf jedem Vergleichsportal sind die Tarife aller Versicherer hinterlegt. Es lohnt sich also, hier mehrere Portale zurate zu ziehen.

  • ausreichend hohe Deckungssumme wählen

Die Deckungssumme sollte in der Kfz-Haftpflicht möglichst 100 Millionen Euro betragen.

  • die richtige Selbstbeteiligung wählen

Laut Finanztest sind 150 Euro Selbstbeteiligung in der Teilkasko und 300 Euro in der Vollkasko ideal.

  • jährliche Kilometerzahl möglichst genau angeben

Wer pauschal eine hohe Jahreskilometerzahl angibt und diese dann gar nicht erreicht, zahlt drauf. Geben Sie statt 20.000 Kilometer nur 15.000 an, können Sie ganze zehn bis 15 Prozent sparen.

  • Zahlungstermin beachten

In der Regel ist der Tarif am günstigsten, wenn man ihn direkt für das ganze Jahr auf einmal überweist. Über das Jahr gesehen kostet es oft fünf bis zehn Prozent mehr, wenn man monatlich, viertel- oder halbjährlich zahlt.

  • Sind die Folgeschäden mitversichert?

Nicht nur der Marderbiss sollte abgesichtert sein, sondern auch die Folgeschäden sollten von der Versicherung abgedeckt werden. Ein durch den Biss entstehender Motorschaden ist am Ende nämlich deutlich teurer.

  • Unfälle mit allen Tierarten versichern

Idealerweise sollten in dem Tarif Unfälle mit allen Tieren abgedeckt sein, nicht nur mit Haarwild.

Für Versicherer steigen die Kosten

Die Kfz-Versicherer selbst haben derzeit mit steigenden Kosten zu kämpfen: Weil etwa Auto-Ersatzteile immer aufwändiger verarbeitet sind, sind sie in den vergangenen Jahren sehr viel teurer geworden - und damit sind auch die Reparaturkosten gestiegen.

Billigere Neuverträge bedeuten allerdings nicht unbedingt, dass die Kfz-Versicherung insgesamt günstiger wird. Das liegt einerseits an Preiserhöhungen für Bestandsverträge, andererseits daran, dass manche Automodelle im Laufe ihres Fahrzeuglebens in teurere Typklassen rutschen: Neuwagen werden in der Regel von gut situierten Menschen mittleren Alters gekauft, die in wenige Unfälle verwickelt sind. Käufer von Gebrauchtwagen sind dagegen häufig jüngere Fahrer, die im Durchschnitt mehr Unfälle verursachen. Auch hier lohnt es sich also, genau hinzuschauen und Leistungen und Tarife zu vergleichen.

Quelle: DPA/ RTL.de