Viel zu heißer Laderaum, ein Schwein sogar tot

Polizei kontrolliert Tiertransporter - und zieht bittere Bilanz

Tiertransporte
Tiertransporte
© dpa, Sebastian Gollnow, scg,jbu soe fgj

11. Juni 2021 - 7:19 Uhr

60 Prozent der Transporter verstießen gegen Regeln

Sechs Stunden lang legte sich die Polizei Neumünster auf der A7 und der A21 auf die Lauer, um Tiertransporte zu kontrollieren. Ihr Fazit ist bitter: Nicht mal jeder zweite hielt sich an die erforderlichen Standards.

Temperatur im Laderaum viel zu hoch

"Erschreckend war festzustellen, dass es bei vielen Tiertransportfahrzeugen zu einer Überschreitung der maximalen Transporttemperatur im Ladungsraum kam", so Sönke Petersen von der Polizei Neumünster. Eigentlich gibt es in den Transportern eine Technik, um die Temperatur zu regulieren. Aber "die verantwortlichen Fahrzeugführer nutzten, aus unbekannten Gründen, die vorhandene Technik der Transportfahrzeuge nicht aus, waren bei der Bedienung nicht kundig oder die Technik war defekt", so Petersen.

Auf einem Transporter fanden die Polizisten sogar ein totes Schwein. Außerdem überschritten viele Ladungen das erlaubte Gesamtgewicht.

Polizei ermittelt gegen die Fahrer

Um den Zustand der Tiere besser zu bewerten, unterstützte das Veterinäramt die Polizei. Insgesamt wurden 63 Fahrzeuge kontrolliert, 38 davon verstießen gegen Vorschriften. "Aufgrund der Kontrollergebnisse wurden gegen die Fahrzeugführer und weitere Verantwortliche diverse Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet. Auch werden weitere Maßnahmen und Verfahren im Nachgang geprüft", so die Polizei. (lve)

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