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Plastiktüten-Verbot ab Januar 2022: Was sind die Auswirkungen der Vorschrift?

Verbot greift 2022

Ab Neujahr endgültig keine Plastiktüten mehr in Geschäften: Das sind die Auswirkungen

ARCHIV - 20.12.2018, Mecklenburg-Vorpommern, Rostock: Eine Frau geht mit Einkaufstüten aus Plastik über den Fußweg. Leichte Plastiktüten dürfen in Deutschland ab 2022 nicht mehr ausgegeben werden. Ab dem 1. Januar dürfen an den deutschen Ladenkassen
Die meisten Verbraucher und Verbraucherinnen haben sich schon umgestellt und bringen selbst Tüten mit.
bwu lof wst sab, dpa, Bernd Wüstneck

Plastiktüten-Verbot greift nach langer Vorlaufzeit

Seit Jahren ist ein endgültiges Verbot von Plastiktüten im Gespräch, mit dem Beginn von 2022 greift es in Deutschland tatsächlich. Wir erklären, welche Auswirkungen jetzt noch auf uns zukommen und auf welche Alternativen Sie sich einstellen müssen.

Leichte Plastiktüten dürfen nicht mehr verkauft werden

Verbot von Plastiktüten Ab dem 1. Januar dürfen an den deutschen Ladenkassen keine Einkaufstüten aus Plastik mehr angeboten werden. Es geht um die sogenannten leichten Kunststofftragetaschen mit einer Wandstärke zwischen 15 und 50 Mikrometer - das sind die Standard-Tüten, die man beim Einkaufen bekommt. Ausgenommen sind besonders stabile Mehrweg-Tüten sowie die dünnen Plastikbeutel, die man etwa am Obst- und Gemüsestand findet.

Lese-Tipp: Welche Neuerungen es 2022 außerdem noch gibt, lesen Sie hier.

Weiterhin im Supermarkt zu finden sind die dünnen Tütchen in der Gemüse-Abteilung. Pro Jahr würden in Deutschland rund 3,2 Milliarden Stück der sogenannten Hemdchenbeutel verbraucht, klagt die Deutsche Umwelthilfe (DUH). Nur ein Verbot und die konsequente Förderung von alternativen Mehrwegnetzen und -beuteln könnten dafür sorgen, dass das von der Bundesregierung selbst formulierte Ziel der Abfallvermeidung auch erreicht werde.

Gute Alternativen zur Plastiktüte

Die meisten Verbraucherinnen und Verbraucher haben sich in den vergangenen Monaten bereits auf den Wegfall der normalen Plastiktüten eingestellt. Viele bringen eigene Beutel mit – wenn diese über viele Jahre genutzt werden, haben sie eine gute Umweltbilanz. Eine gute Alternative sind auch Einkaufskörbe.

Lese-Tipp: Wer auch an anderen Stellen auf Plastik verzichten will, findet hier gute Alternativen.

Die weiterhin in Supermärkten verkauften Papiertüten sind auf Umweltsicht aber tatsächlich gar nicht so toll. Zwar werden sie im Gegensatz zur Plastiktüte aus nachwachsenden Ressourcen produziert, werden sie aber nur ein einziges Mal verwendet ist auch ihre Umweltbilanz nicht gut.

Lese-Tipp: Sie haben bei vielen vermeintlich nachhaltigen Ideen den Überblick verloren? Wir machen den Mythen-Check: Was ist wirklich nachhaltig und was bringt nichts?

Im Kampf für Nachhaltigkeit "symbolisch"

Mikroplastik-Forscher Christian Laforsch sieht das vom 1. Januar 2022 an geltende, weitgehende Plastiktütenverbot an Supermarktkassen vor allem als symbolischen Schritt. "Dieses Verbot hat einen starken symbolischen Charakter", sagte der Professor für Tierökologie und Sprecher des Sonderforschungsbereichs Mikroplastik an der Universität Bayreuth. "Der Umgang mit Plastiktüten ist symbolisch für unseren unsachgemäßen Umgang mit fossilen Ressourcen."

Wichtig sei, dass Plastiktüten "nicht durch Einmal-Papiertüten und andere nur einmal verwendbare Alternativen ersetzt werden", sagte Laforsch. Deren ökologischer Fußabdruck sei wegen der bei Herstellung und Recycling verwendeten Chemikalien deutlich schlechter. (dpa/lra)