Weibliche Straßennamen

Was bedeuten die pinken Straßenschilder in Wiesbaden?

25. November 2021 - 18:33 Uhr

Die 60 Schilder mit Frauennamen sind erst der Anfang

Seit ein paar Tagen hängen in der Wiesbadener Innenstadt auch pinke Schilder mit neuen Namen. Alle Straßen tragen jetzt Namen von bekannten Frauen. Und das ist der achtjährigen Cecilia aus Wiesbaden zu verdanken. Mehr dazu im Video.

Achtjährige hat die Aktion zum Leben erweckt

Die eigentliche Initiatorin ist die heute achtjährige Cecilia. Ihr ist das Missverhältnis beim Gang durch die Stadt aufgefallen. Ihr Vater, Hans Reitz, habe daraufhin im Museum angerufen und gefragt, ob es nicht auch historische Frauen geben würde, deren Lebensleistung gleichwürdig sind.

Ein Spaziergang durch Wiesbaden verändert alles

Cecilias Vater kann uns die Situation noch genau schildern:
"Meine Tochter und ich sind durch Wiesbaden gegangen. Ich hab ihr Schilder gezeigt: Goethe und dann noch den Kaiser Wilhelm. Und bei der dritten Figur - sie war sechs Jahre alt - sagt sie: 'Papa, sag mal - verehren wir nur Männer?' Ich antwortete ihr damals: "Wir verehren natürlich auch Frauen als Menschen." "Ja und wo sind die sichtbar?", fragte sie darauf. Und so hängen jetzt in Wiesbaden zusätzlich an den Straßenschildern starke Frauen aus Wiesbaden.

Hinter der Verwirrung in Wiesbaden steckt eine bewusste Aktion

"Femorial" heißt diese Aktion, die vom Wiesbadener Frauenmuseum organisiert wurde. Sie soll darauf hinweisen, dass die meisten Straßen und Plätze in Städten überwiegend männlichen bedeuteten Personen gewidmet worden sind. Der Begriff ist eine Verbindung aus den englischen Worten "Feminism" (Feminismus) und "Memorial" (Denkmal).

Bis zum 1. Januar 2025 sollen 60 Straßen und Plätze nach Frauen benannt sein. (sel)