Tier muss eingeschläfert werden

Paukenschlag nach CHIO-Drama: PETA fordert Abschaffung des Reitsports

AACHEN - CHIO 2022, AACHEN - CHIO 2022 CANTER Rosalind GBR, Allstar B SAP-Cup Teilprüfung Gelände / Cross-Country Aachen, Reitstadion Soers 02. July 2022 - *** AACHEN CHIO 2022, AACHEN CHIO 2022 CANTER Rosalind GBR , Allstar B SAP Cup Cross Country A
Allstar B musste eingeschläfert werden.
www.imago-images.de, IMAGO/Stefan Lafrentz

Nach dem Tod des britischen Vielseitigkeitspferdes Allstar B im Rahmen des CHIO in Aachen macht sich die Tierrechts-Organisation PETA erneut für die Abschaffung des Reitsports stark. "Wir fordern die Bundesregierung in einem ersten Schritt auf, die Hochleistungsturniere in sämtlichen Pferdesportdisziplinen zu untersagen", heißt es in einem am Sonntag veröffentlichten Statement.

"Nichts als Heuchelei..."

Immer wieder würden Pferde "bei Vielseitigkeitsturnieren und anderen Disziplinen zu Tode geritten, weil die Reiterinnen und Reiter sie als bloße Sportgeräte ansehen, die ersetzt werden können." Sämtliche Trauerbekundungen der Verantwortlichen über den getöteten Allstar B seien "nichts als Heuchelei. Empfänden sie wirklich etwas für ihre Pferde, würden sie sie nicht Woche für Woche unter Einsatz schmerzhafter Hilfsmittel über halsbrecherische Parcours zwingen und erheblichen Risiken aussetzen."

„Es gibt keine Worte für die Liebe und den Respekt, den ich für Alby empfinde“, hatte seine britische Reiterin Rosalind Canter in einer Mitteilung des CHIO-Veranstalters gesagt. „Er hat eine große Rolle beim Aufbau meiner Karriere gespielt und wird von vielen vermisst werden.“ Die 36-Jährige war mit Allstar B unter anderen Doppel-Weltmeisterin 2018 in Tryon geworden.

„So etwas ist schon lange nicht mehr in Aachen passiert“

Das Vielseitigkeitspferd war beim Geländeritt beim CHIO in Aachen verunglückt. Allstar B war mit einem Bein ans Hindernis 16 des Geländeritts geschlagen, aber nicht gestürzt. Er wurde sofort in eine Tierklinik gebracht, dort konnte ihm nicht mehr geholfen werden. Canter und die Mitbesitzerin Caroline Moore entschieden daraufhin, den 17-jährigen Hengst einschläfern zu lassen. Über die Art der Verletzung war nichts verlautbart worden. „So etwas ist schon lange nicht mehr in Aachen passiert“, sagte Turnierdirektor Frank Kempermann im WDR.

Aufregung hatte es am Samstag auch um eine Verletzung von Isabell Werts Pferd Quantaz gegeben. Am Maul ihres zwölfjährigen Hengstes war Blut zu sehen. Dem Regelwerk entsprechend musste Werth ihren Ritt abbrechen und wurde disqualifiziert. Die Ursache war harmlos, aber folgenreich: Quantaz habe sich auf die Zunge gebissen, sagte Werth. «Shit happens. Wenn man nicht alles erlebt hat, war man nicht lange genug dabei. Nun habe ich diese Erfahrung gemacht», meinte die 52-Jährige aus Rheinberg. „Es war das erste Mal und hoffentlich das letzte Mal.“ (tno/dpa)