24. April 2019 - 19:06 Uhr

Diagnose bei Frank Elstner erst nach zwei Jahren

Der TV-Moderator Frank Elstner ist an Parkinson erkrankt. Wie er im Interview mit der "Zeit" erzählt, vergingen zwischen den ersten Symptomen und der Diagnose ganze zwei Jahre. Um diesen Zeitraum für andere Patienten zu verkürzen, haben Neurologen der Uniklinik Dresden eine App entwickelt, mit der die Krankheit bereits früh erkannt werden soll.

Im Video: So nahm Frank Elstner die Diagnose auf

„iPrognosis“ registriert erste Anzeichen im Alltag

Die Anzeichen für Parkinson sind anfangs oft so subtil, dass sie kaum wahrgenommen werden. Die App namens "iPrognosis" soll das ändern: Sie registriert zum Beispiel das leichte Zittern der Hände oder erstarrende Gesichtszüge, die für die Nervenkrankheit charakteristisch sind. Auch wird gemessen, wie flüssig der User die Tasten seines Smartphones bedient und ob er häufig Schlüsselwörter benutzt, die auf eine depressive Stimmung hinweisen – ebenfalls eine Begleiterscheinung von Parkinson.

Je früher die Behandlung, desto besser

Die App zeichnet die entsprechenden Daten während des normalen Smartphone-Gebrauchs auf und schickt sie – anonymisiert und verschlüsselt – an die Mediziner. Wer die Benachrichtungen gestattet, erhält dann vom Team Informationen, ob das Parkinson-Risiko erhöht ist und ein Arzt aufgesucht werden sollte.

"Je früher wir mit der Behandlung beginnen, umso größer ist die Chance, trotz der Krankheit Mobilität und Lebensqualität möglichst lange zu behalten", erklärt die Parkinson-Spezialistin Dr. Lisa Klingelhöfer der Zeitung "Dresdner Neueste Nachrichten". Heilbar ist die Krankheit, bei der Nervenzellen nach und nach abgebaut werden, bisher nicht.

"iPrognosis" ist für Android-Geräte in vier europäischen Ländern verfügbar, auch Deutschland. Die Forscher hoffen, dass immer mehr Menschen über 40 die App herunterladen, um so wertvolle Erkenntnisse im Kampf gegen Parkinson sammeln zu können.