Geld floss in Luxusimmobilien

Papst gesteht Finanzskandal: Kirche missbrauchte Spenden für Arme

27. November 2019 - 20:55 Uhr

Gelder aus dem Peterspfennig in Luxusimmobilien investiert

Papst Franziskus hat eingeräumt, dass die katholische Kirche von einem neuen Finanz- und Korruptionsskandal erschüttert wird. Spenden, die in erster Linie für die Unterstützung von Armen gedacht waren, sind in Luxusimmobilien in London geflossen. Das Geld stammt aus dem sogenannten Peterspfennig – einer Kollekte, die Jahr für Jahr von den Gläubigen auch in Deutschland gesammelt wird. Es ist eigentlich für karitative Aufgaben des Papstes bestimmt. Unser Video zeigt, was mit dem Geld passierte.

Mitarbeiter der Kurie vom Dienst suspendiert

Gläubiger hält auf dem Petersplatz
Ein Gläubiger hält auf dem Petersplatz während des Angelus-Gebets ein Kreuz.
© dpa, Alessandra Tarantino, ALT fgj jai

"Sie haben Sachen gemacht, die nicht sauber erscheinen", sagte Franziskus auf dem Rückflug von Tokio nach Rom am Dienstag zu Ermittlungen im Staatssekretariat und der Finanzaufsicht des Kirchenstaates. "Es gab Fälle von Korruption. Das Gute sei, dass der Fall dieses Mal "von innen" aufgedeckt worden sei, nicht wie andere Skandale von außen. "Ich bin zufrieden, dass die Verwaltung im Vatikan die Fähigkeit hat, hässliche Sachen wie diese aufzuklären."

Dass die Gelder aus dem Peterspfennig unter anderem in Luxusimmobilien in London geflossen sein sollen, war Anfang Oktober bekannt geworden. Gegen fünf Mitarbeiter der Kurie wird ermittelt; sie wurden vom Dienst suspendiert. Es wurden auch Büros des vatikanischen Staatssekretariats durchsucht.

Papst Franziskus: Unschuldsvermutung gilt

Für alle Verdächtigen gelte die Unschuldsvermutung, betonte der Papst. Es sei an sich noch keine Straftat, Gelder in Immobilien zu investieren. Eine gute Verwaltung müsse Geld vernünftig anlegen, dazu gehöre auch, Immobilen zu kaufen und zu vermieten. Geld in den Sparstrumpf zu stecken, sei schlechte Verwaltung. Man müsse aber sichere und moralische Investitionen tätigen. "Wenn ich mit dem Peterspfennig in eine Waffenfabrik investiere, dann ist die Spende keine Spende.