Ferienhaus-Betreiber fordert Umdenken

Osterurlaub während Corona? Schleswig-Holstein legt sich noch nicht fest

Auf dem ehemaligen Gelände des Marine Fluggeschwaders (mfg5) der Bundeswehr ist ein Gewerbe und Wohnquartier von der Ki
Auf dem ehemaligen Gelände des Marine Fluggeschwaders (mfg5) der Bundeswehr ist ein Gewerbe und Wohnquartier von der Ki
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15. Februar 2021 - 18:04 Uhr

Debatte um Osterurlaub

Eigentlich sollte ein Stufenplan für erste Öffnungen in der Corona-Pandemie bereits in der vergangenen Woche vorliegen. Jetzt soll es Anfang März so weit sein – eine der wichtigen Fragen dabei: Was passiert mit dem Osterurlaub? Können wir uns für ein paar Tage an Nord- und Ostsee erholen oder ist das noch zu früh? Die Debatte über Lockerungen der staatlichen Corona-Beschränkungen nimmt Fahrt auf – auch im Norden.

Ostern für Schleswig-Holstein eigentlich der Saison-Auftakt

Dass der Touristensaison-Start zu Ostern eventuell wieder ins Wasser fallen könnte, bereitet vielen Ferienhausbetreibern große Sorge. "Ich fände es wirklich schade, wenn hier Ostern keine Gäste kommen könnten. Ich meine, wir sind hier weit ab von anderen Menschen, wir sind total isoliert, man kann nur für sich hier Urlaub machen, also hier ist zu 90 Prozent nur Wasser um uns rum und ein Steg, wo wenig Leute gehen", so Ferienhausbetreiber Björn Lohmeier aus Großenbrode im RTL Nord-Interview. Es fehle die Perspektive, sagt er weiter. Die Saison-Vorbereitungen seien fast abgeschlossen, eigentlich fehlen nur noch die Gäste.

Der Ferienhausbetreiber wünscht sich von der Politik, dass die Gleichstellung von Hotels und Ferienhausvermietern aufhört. In einer Ferienwohnung gebe es keinen Frühstücksraum, keinen Fahrstuhl und keine Menschenmengen, sagt auch Göran Holst vom Deutschen Tourismusverband.

Ministerpräsident Daniel Günther will sich noch nicht festlegen

Dass es zu einer Differenzierung zwischen Hotels und Ferienhäusern kommt, hält Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther für unwahrscheinlich. "Wir müssen nur sorgsam darauf achten, dass einfach nicht zu viele Menschen da sind. Wenn einfach viele Touristen da sind, hat das auch eine Überlastungswirkung auch in den anderen Einrichtungen, die geöffnet sind. Da müssen wir einfach vorsichtig und zurückhaltend sein." Und auch die aktuelle Debatte, ob der Osterurlaub abgesagt werden muss, findet Ministerpräsident Daniel Günther verfrüht - zu diesem Zeitpunkt könne man dazu keine verlässliche Aussage treffen. "Rund sieben Wochen vorher, ohne zu wissen, wie die Inzidenz ist, kann man auf keinen Fall sagen, dass es nicht stattfindet. Ich würde heute nicht fest zusichern, dass es stattfindet, aber ich bin guter Hoffnung, dass die Inzidenzen weiterhin zurückgehen", so Günther am Montag (15.02.) im RTL Nord-Interview.

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Trotz der aktuellen Lage und der anhaltenden Debatte scheint die Buchungslage zumindest für den Sommer schon jetzt sehr gut zu sein. "Zum Teil sind die Ferienwohnungen auch ausgebucht, daher bitten wir auch die Gäste flexibel zu sein, auch in einen anderen Ort zu gehen, nicht unbedingt ihr Lieblingsferienhaus aufzusuchen und wir bieten natürlich auch die Möglichkeit, zum Beispiel mal in die Süßwasseralternative, das heißt ins Binnenland zu reisen, wo auch noch viele Übernachtungsmöglichkeiten vorhanden sind", so Bettina Bunge von der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein.