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Omikron-Verläufe: Deswegen ist unser Immunsystem besser gewappnet

Frankfurter Forscher finden eine Erklärung

Omikron-Verläufe: Deswegen ist unser Immunsystem besser gewappnet

Omikron bleibt eher in den oberen Atemwegen und dringt nicht so stark in die Lunge ein, wie die bisherigen Varianten. Grund dafür sind die sogenannten Interferone.
Omikron bleibt eher in den oberen Atemwegen und dringt nicht so stark in die Lunge ein, wie die bisherigen Varianten. Grund dafür sind die sogenannten Interferone.
Marcus Millo, iStockphoto, iStock/Marcus Millo

Bei einer Infektion mit der Omikron-Variante des Coronavirus Sars-CoV-2 bleibt die Infektion sozusagen im Hals stecken – das Lungengewebe wird seltener und weniger stark befallen. Zellforscher vom Uniklinikum in Frankfurt haben jetzt herausgefunden, was der wahrscheinliche Grund dafür ist: Gegen eine der sogenannten unspezifischen Antworten des Immunsystems kommt die Variante nicht gut an.

Omikron empfindlich für Interferon-Antwort

Frankfurter Forscher haben eine mögliche Ursache für mildere Krankheitsverläufe bei der Omikron-Variante des Corona-Virus identifiziert. In Zellversuchen habe sich gezeigt, dass Omikron im Vergleich zur Vorgänger-Variante Delta besonders empfindlich gegenüber der sogenannten Interferon-Antwort des Menschen sei, teilte das Uniklinikum in Frankfurt am Montag mit. Interferone sind Teil des Immunsystems.

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Die Frankfurter Forscher veröffentlichten ihre Ergebnisse zusammen mit einem Team von der britischen University of Kent im Fachblatt "Cell Research". "Offenbar kann Omikron im Gegensatz zu Delta nicht verhindern, dass die befallenen Zellen Interferon produzieren und ausschütten", sagte Martin Michaelis von der School of Bioscience der University of Kent laut Mitteilung.

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Zellen geben bei Infektion SOS-Signal ab

Von Viren befallene Zellen bilden bestimmte Interferone. Das sind vereinfacht gesagt Botenstoffe, die unter anderem andere Zellen über den Eindringling informieren. Der Molekularbiologe Ulrich Elling erklärt auf Twitter: „Noch lange vor der B- und T-Zell-Immunantwort geben unsere Zellen bei Infektion ein SOS-Signal ab: Interferon. So sind auch die Nachbarzellen vor Infektion gewarnt und schützen sich. Wie der Name schon sagt ‘interferiert’ Interferon also mit Virus-Infektion und Vermehrung.

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Interferone sind wichtig für die sogenannte unspezifische Immunantwort - also eine sehr schnelle, wenn auch weniger spezifische Reaktion des Immunsystems gegen einen Erreger. Die unspezifische Immunantwort ist zu unterscheiden von der spezifischen Immunantwort, deren Aufbau mehr Zeit braucht. Dabei werden unter anderem passgenaue Antikörper gegen den Erreger gebildet. (dpa/ija)