Strenge Corona-Regeln

Olympische Spiele in Tokio: RTL-Reporterin darf ihr Hotelzimmer kaum verlassen

23. Juli 2021 - 22:58 Uhr

Reporterin tagelang auf sechs Quadratmetern im Hotel eingesperrt

Quarantäne in einem sechs Quadratmeter großen Hotelzimmer, auf Schritt und Tritt überwacht und kontrolliert: RTL-Reporterin Pia Schrörs erlebt in Tokio gerade am eigenen Leib, wie sehr die Olympischen Spiele von der Angst vor einer neuen Corona-Welle bestimmt werden. Mit einem Jahr Verspätung hat das weltweit größte Sportfest jetzt begonnen, aber Freudenstimmung will nicht aufkommen.

Pia Schrörs wird am Flughafen stundenlang kontrolliert

Acht Stunden dauert die Prozedur, die Pia Schrörs bei der Einreise am Flughafen von Tokio über sich ergehen lassen muss, bis ihr Corona-Test und alle weiteren Dokumente geprüft worden sind. Und das, nach fast zwölf Stunden Flug. Doch damit nicht genug.

Drei Tage sollte ihre Quarantäne eigentlich nur dauern, doch vor Ort wird der RTL-Reporterin dann mitgeteilt, sie dürfe ihr gerade mal sechs Quadratmeter großes Hotelzimmer ganze 14 Tage nicht verlassen. Kein Tisch, kein Stuhl, kein Schrank, nur ein Bett und ein winziges Bad. Raus aus dem Minizimmer darf Pia Schrörs nur zweimal am Tag, für jeweils 15 Minuten.

Es ist ein Wettlauf mit der Zeit, um sich Essen zu besorgen, denn im Hotel erhält sie morgens nur einen Kaffee und ein Stück Toastbrot. So wie Pia Schrörs geht es nahezu allen Journalisten, die über die Olympischen Spiele in Tokio berichten wollen. Besucher aus dem Ausland werden gar nicht erst ins Land gelassen.

RTL-Reporterin muss teils absurde Sicherheitsmaßnahmen befolgen

Nach den ersten drei Tagen in vollständiger Isolation darf die RTL-Reporterin wenigstens einmal die Wettkampfstätten besichtigen, allerdings nur ausgewählte und von der Regierung vorab genehmigte Spielorte. Dabei muss sie teils absurde Sicherheitsmaßnahmen befolgen. Eine Tracking-App überprüft wo sich die Reporterin aufhält, speziell ausgebildete Fahrer holen sie am Hotel ab und eskortieren sie zum vorgegebenen Ziel und ohne Umwege wieder zurück. Selbst Gespräche mit Japanern sind nicht erlaubt.

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Großteil der Japaner gegen Austragung der Spiele in diesem Jahr

Diese olympischen Sommerspiele werden in die Geschichte eingehen, als die ersten Spiele ohne Zuschauer auf den Rängen und mit den schärfsten Kontrollen, die das weltweit größte Sportereignis bisher erlebt hat. Selbst der eigenen Bevölkerung hat die japanische Regierung verboten, die Wettkämpfe live vor Ort zu besuchen. Viele Japaner fragen sich, warum die olympischen Spiele dann überhaupt stattfinden.

"Auch am Tag der offiziellen Eröffnung herrscht hier in Tokio keine wirkliche Olympia-Stimmung. Das liegt auch daran, dass inzwischen über 85 Prozent der Menschen hier gegen die Austragung zu diesem Zeitpunkt sind. Sie befürchten eine neue Corona-Tokio-Variante. Jeden Tag werden neue Infektionen bei den Olympia-Teams gemeldet. Mir haben einige Japaner erzählt, dass sie resigniert haben und diesen Tag emotionslos entgegenblicken", schildert uns Pia Schrörs ihre Eindrücke aus der Millionenmetropole. (rra)

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