Umfrage mit deutlichem Ergebnis

Große Mehrheit der Japaner gegen Olympia in diesem Sommer

© dpa, Adam Davy, pda nic

17. Mai 2021 - 7:29 Uhr

NOlympia-Stimmung in Japan

Die Stimmung in der japanischen Bevölkerung ist weiter klar gegen eine Austragung der Olympischen Spiele in Tokio (23. Juli bis 8. August) in diesem Sommer. Die Mehrheit wünscht sich sogar eine Absage.

Ablehnung nimmt zu

Mehr als 80 Prozent der Japaner sind gegen eine Austragung der Olympischen Spiele in Tokio in diesem Sommer. Das ergab eine am Montag veröffentlichte Umfrage weniger als zehn Wochen vor dem Start der wegen der Corona-Pandemie verschobenen Spiele. Derzeit kämpft Japan mit einer vierten Infektionswelle, am Freitag hatte die Regierung den Ausnahmezustand verlängert.

Die Umfrage der Tageszeitung "Asahi Shimbun ergab", dass 43 Prozent der Befragten für eine Absage der Spiele in diesem Jahr sind, 40 Prozent befürworten eine erneute Verschiebung. Im vorigen Monat lagen die Werte noch bei 35 bzw. 34 Prozent. Nur 14 Prozent der 1527 Befragten befürworten die geplante Austragung.

Regierungssprecher Katsunobu Kato versicherte derweil, dass die Regierung "Anstrengungen unternehmen" werde, damit die japanische Bevölkerung verstehe, "dass die Spiele in einer sicheren Art und Weise stattfinden" werden. "Wir müssen mehr Erklärungen zu den Details der konkreten (Corona-)Maßnahmen geben", sagte er.

Japanisches Gesundheitssystem stark unter Druck

Seit Monaten zeigen Umfragen, dass die Mehrheit der Bevölkerung im Gastgeberland den Spielen gegenüber negativ gestimmt ist. Eine weitere Umfrage von "Kyodo News" am Sonntag ergab, dass 59,7 Prozent für eine Absage sind, allerdings stand eine erneute Verschiebung nicht zur Auswahl.

Die Organisatoren wollen mit strengen Maßnahmen wie regelmäßigen Tests und einem Verbot ausländischer Fans sichere Spiele garantieren. Der Anstieg der Corona-Infektionen im Land setzt das Gesundheitssystem aktuell massiv unter Druck, Mediziner warnen wiederholt vor Engpässen und Burnout der Fachkräfte.

Zwar war Japan mit bislang 11.500 Corona-Toten nicht so stark betroffen wie andere Länder, doch durch die vergleichsweise langsam anlaufende Impfkampagne gerät die Regierung immer mehr unter Druck. (msc/sid)

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