"Niemandem geht es einfach nur gut"

Olaf Scholz bei "Joko & Klaas 15 Minuten live" - mit emotionalem Corona-Appell an junge Menschen

Joko Winterscheidt (re.) und Klaas Heufer-Umlauf.
Joko Winterscheidt (re.) und Klaas Heufer-Umlauf.
© © ProSieben / Willi Weber, SpotOn

01. Dezember 2021 - 21:56 Uhr

Olaf Scholz mit eindringlichem Impf-Appell

Der designierte Bundeskanzler Olaf Scholz hat als Gast der ProSieben-Entertainer Joko und Klaas einen eindrücklichen Impf-Appell an die Fernsehzuschauer gerichtet. "Mir ist wichtig, dass jede und jeder, der kann, sich impfen lässt. Nur das hilft", sagte der SPD-Politiker am Mittwochabend in der ProSieben-Sendung "Joko und Klaas 15 Minuten live". Scholz saß auf einer Bühne allein auf einem Stuhl und sprach mit direktem Blick in die Kamera, seine Stimmlage war ruhig, langsam und eindringlich.

Sinnvoll verwendete Sendezeit

Wenn Joko Winterscheidt (42) und Klaas Heufer-Umlauf (38) gegen ihren Arbeitgeber ProSieben 15 Minuten Sendezeit erspielt haben, stellt sich die Frage: Klamauk oder Relevanz? Am 1. Dezember lieferten sie aus drei verschiedenen Blickwinkeln knallharte Corona-Realität: die Erlebnisse einer jungen Patientin, die Sorgen des Oberarztes der Intensivstation der Charité - und die Appelle des designierten Bundeskanzlers Olaf Scholz (63).

Die Patientin und der Arzt

Als erstes trat die 23-jährige Luisa ins Rampenlicht. Noch eineinhalb Jahre nachdem sie wegen Corona auf der Intensivstation landete und künstlich beatmet werden musste, habe sie mit den Folgen der Erkrankung zu kämpfen. "Ich war immer so fit und energievoll", dann konnte sie zwischenzeitlich nicht einmal ohne Hilfsmittel gehen. "Ein junges Mädchen am Rollator."

Danach betrat Daniel Zickler, Oberarzt der Intensivstation der Charité, die Bühne. Er mahnte, dass die Intensivstationen am Maximum operieren und Patienten gezeichnet fürs Leben seien. "Das steckt keiner weg und das Leben ist danach nicht mehr wie zuvor." Er versicherte, dass die Impfung "sicher und gut ist" und warnte: "Sich nicht impfen zu lassen ist ein russisches Roulettespiel."

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Olaf Scholz tritt aus dem Schatten

Als kurz der Eindruck entstand, Joko und Klaas hätten ihre 15 Minuten falsch kalkuliert und Sendezeit verschenkt, trat noch eine weitere Person ins Scheinwerferlicht. Es handelte sich um den designierten Bundeskanzler Olaf Scholz, der sogleich deutliche Worte fand: "In Deutschland sind zu wenige Menschen geimpft." Aus diesem Grund treffe die vierte Welle Deutschland härter als manch anderes Land. "Die Lage ist schwer. Die Lösung liegt auf der Hand", so Scholz. "Jeder kann und sollte sich impfen lassen."

Scholz sagte weiter: "Neu in dieser vierten Welle ist: Die Linie zwischen denen, die nach einer Covid-Erkrankung einen milden oder einen sehr schweren Verlauf haben, geht nicht mehr zwischen Alten und Jungen, sondern zwischen Geimpften und Ungeimpften. Und dabei muss jeder wissen: Wer sich nicht impfen lässt, gefährdet sich selbst, gefährdet Kinder und alle seine Mitmenschen, die sich aufgrund von Vorerkrankungen nicht impfen lassen können." Sein Appell an alle Zuschauerinnen und Zuschauer: "Schützt euer Leben und das der anderen."

"Niemandem geht es einfach nur gut in diesen Zeiten. Mir nicht, Ihnen und Euch nicht"

Joko und Klaas haben viele Schüler und Studenten unter ihren Fans. Der Politiker nutzte das Millionenpublikum für Appelle gezielt an junge Menschen. "Es ist mir bewusst, dass Abstand halten und jung sein nur sehr schlecht zusammenpassen. Dass viele unter Einsamkeit leiden. Dass damit Schluss sein müsste, dass es wieder los gehen müsste - das Leben, die Unbeschwertheit. Niemandem geht es einfach nur gut in diesen Zeiten. Mir nicht, Ihnen und Euch nicht."

Jeder könne und solle sich impfen lassen. "Ich möchte, dass wir bis Weihnachten bis zu 30 Millionen Impfungen in die Oberarme kriegen." (spot on news, dpa /swi)