Lufthansa jetzt genderneutral

Keine "Damen und Herren" mehr an Bord

Im Zeichen des Regenbogens: Die Lufthansa gendert jetzt.
Im Zeichen des Regenbogens: Die Lufthansa gendert jetzt.
© deutsche presse agentur

14. Juli 2021 - 9:56 Uhr

Gender- Hammer bei der Lufthansa

Immer mehr Unternehmen verwenden genderneutrale und diskriminierungsfreie Sprache. Nun zieht auch die Lufthansa nach und setzt damit ein deutliches Zeichen gegen Ausgrenzung und für Gleichbehandlung.

Passagiere werden neutral angesprochen

Deutschlands größte Airline begrüßt seine Passagiere künftig geschlechtsneutral an Bord. Die genaue Formulierung bleibt der Kabinenbesatzung überlassen. Fest steht allerdings: Die Formel "Damen und Herren" gehört der Vergangenheit an. Auch das englische "Ladies and Gentleman" soll aus der Kabine verschwinden, teilte die Airline mit.

Stattdessen sollen die Crews ihre Gäste mit geschlechtsneutralen Formulierungen an Bord willkommen heißen, bestätigte eine Unternehmenssprecherin in Frankfurt. Die Regelung gilt für alle Fluggesellschaften des Konzerns, einschließlich Austrian, Swiss, Eurowings und Brussels Airlines.

Lufthansa: "Wollen alle Passagiere ansprechen"

"Uns ist es wichtig, dass wir in unserer Ansprache alle berücksichtigen", hatte ein Lufthansa-Sprecher der "Bild"-Zeitung gesagt. Infrage kämen ganz unterschiedliche Formulierungen wie "Guten Tag", "Guten Abend" oder auch einfach "Herzlich willkommen an Bord". Die Entscheidung läge jeweils beim Chef oder der Chefin der Kabine.

Innerhalb des Konzerns und in der internen Kommunikation gendert die Lufthansa schon länger. Das soll die Chancengleichheit innerhalb der Mitarbeiterschaft erhöhen und Diskriminierung minimieren, heißt es von der Lufthansa. Dass die Kraniche nun auch die Passagiere genderneutral ansprechen, scheint da nur der nächste logische Schritt zu sein.

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Lob und Kritik im Netz

Die Reaktionen auf die Entscheidung der Airline fallen sehr unterschiedlich aus. Auf Twitter kündigen einige User an, die Airline in Zukunft meiden zu wollen. Andere loben die Lufthansa sehr für Ihre Offenheit und dafür, sich auch mit der LGBTIQ+ – Community zu solidarisieren. Dass die Lufthansa genderneutrale Sprache verwendet sei zeitgemäß. Einige Twitter- Kommentatoren forderten sogar, dass auch andere Unternehmen, wie zum Beispiel die Bahn oder große Autokonzerne mitziehen sollten.

Lufthansa in guter Gesellschaft

Immer mehr Unternehmen und große Firmen engagieren sich im Kampf gegen Geschlechterdiskriminierung und zeigen im wahrsten Sinne des Wortes Flagge. Als Reaktion auf das "Rainbow-Flag"- Verbot an der Münchener Allianz Arena beim EM-Spiel der Nationalmannschaft gegen Ungarn, änderten viele große Unternehmen, darunter unter anderem Volkswagen, die Telekom oder RTL ihre Firmenlogos in den sozialen Medien oder beflaggten ihre Firmenzentralen. Vor wenigen Tagen präsentierte die Bahn sogar einen Zug, der mit den Farben der "Rainbow-Flag" beklebt ist und künftig im Fernverkehr eingesetzt werden soll.

(dpa/vsc)

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