Missbildung bei der Geburt

Welche Folgen hat ein offener Rücken beim Baby?

Schock bei der Geburt: Ein offener Rücken beim Baby ist oft erstmal ein Schreck für die Eltern. Je nach Schwere der Fehlbildung ist dieser zwar heilbar, das Kind muss aber länger im Krankenhaus bleiben.
Schock bei der Geburt: Ein offener Rücken beim Baby ist oft erstmal ein Schreck für die Eltern. Je nach Schwere der Fehlbildung ist dieser zwar heilbar, das Kind muss aber länger im Krankenhaus bleiben.
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23. September 2020 - 15:36 Uhr

Spina bifida: Was ist ein offener Rücken?

Wenn ein Kind mit offenem Rücken zur Welt kommt, ist das ein schwerer Schock für die Eltern. Diese Missbildung ist bereits auf den ersten Blick ersichtlich. Dem offenen Rücken liegt die Krankheit Spina bifida zugrunde, eine Fehlbildung eines Wirbelbogens. Es gibt auch eine geschlossene Form dieser Missbildung, die weitestgehend harmlos ist und häufig nicht entdeckt wird. Die Krankheit tritt bei etwa einem von 1.000 Neugeborenen auf. Nur bei einem kleinen Teil der betroffenen Babys kommt es tatsächlich zu einem offenen Rücken. Wenn dies allerdings der Fall ist, veranlasst der Kinderarzt sofort weitergehende Untersuchungen und spricht mit Ihnen mögliche Therapieformen ab.

Ein offener Rücken beim Baby: Was bedeutet das genau?

Etwa zwischen dem 22. und dem 28. Tag der Entwicklung des Embryos entsteht das Neuralrohr. Dabei handelt es sich um einen Vorläufer von Gehirn und Rückenmark. Bereits in diesem frühen Stadium kann jedoch eine Fehlbildung in diesem Bereich auftreten: Das Neuralrohr kann an einer Stelle offen bleiben. Das führt dazu, dass später ein Wirbelbogen nicht vollständig geschlossen wird. Das ist im Prinzip kein großes Problem, die Fehlbildung wird häufig auch nur zufällig erkannt. In einigen Fällen treten jedoch die Rückenmarkshaut und die Nervenbahnen durch diese Spalte aus und es bildet sich eine sichtbare Blase am Rücken.

Mögliche Folgen des offenen Rückens

Die Folgen von Spina bifida variieren stark. Wenn kein Rückenmark austritt und der Rücken geschlossen bleibt, entstehen in der Regel keine Beeinträchtigungen und die Fehlbildung bleibt häufig unerkannt. Auch bei einem Baby mit offenem Rücken kann die Ausprägung der Krankheit ganz unterschiedlich sein. Wenn lediglich die Rückenmarkshaut austritt, ist es normalerweise möglich, das Problem operativ und ohne dauerhafte Folgen zu beheben.

Falls jedoch auch Nervenbahnen austreten und gegebenenfalls sogar freiliegen, ist die Sensibilität der Beine oftmals eingeschränkt und eine Querschnittslähmung ist möglich. Außerdem kann es zu einer Beeinträchtigung der Funktionen von Blase, Darm, Nieren und Gehirn kommen.

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Die Behandlung des offenen Rückens

Wenn ein Baby einen offenen Rücken hat, ist eine Operation unumgänglich. Diese findet in der Regel wenige Tage nach der Geburt statt. Sie ist notwendig, um Infektionskrankheiten an der offenen Stelle zu verhindern. In der Regel wird der offene Bereich mit Hirnhaut übernäht, um ihn zu schützen. Seit einiger Zeit ist es auch möglich, den Eingriff bereits am Embryo während der Schwangerschaft vorzunehmen.

Erste Ergebnisse zeigen, dass dadurch das Risiko für bleibende Schäden erheblich sinkt. Allerdings gibt es bislang nur wenige Spezialisten, die einen pränatalen Eingriff durchführen. Als gute Vorbeugungsmaßnahme gilt die Einnahme von Folsäure im Zeitraum rund um die Empfängnis.

Welche Folgen kann diese Krankheit haben?

Wenn bei der Geburt eines Babys der Rücken offen ist, kann das Folgen für sein gesamtes späteres Leben haben. Bei einer schweren Missbildung durch diese Krankheit bleiben in der Regel dauerhafte Schäden. Diese können eine Beeinträchtigung des Gehirns und eine daraus resultierende geistige Behinderung umfassen. Es ist auch eine Querschnittslähmung oder ein Nierenschaden möglich. Daher sind die betroffenen Kinder meist ein Leben lang auf Hilfe angewiesen. Rehabilitationsmaßnahmen und medizinische Therapien bestimmen in diesen Fällen das Leben.