Abgeordnete fällt auf falsche Twitter-Nachricht rein

Österreich: Trauerminute für Ex-Kanzler Vranitzky - obwohl der noch lebt

Der ehemalige österreichische Bundeskanzler Franz Vranitzky (Archivbild, Oktober 2017)
Der ehemalige österreichische Bundeskanzler Franz Vranitzky (Archivbild, Oktober 2017)
picture alliance / HERBERT PFARRHOFER / APA / picturedesk.com, HERBERT PFARRHOFER

Wie peinlich! Eine gefälschte Twitter-Nachricht zum angeblichen Tod des österreichischen Ex-Kanzlers Franz Vranitzky hat zur Abhaltung einer Trauerminute in einem Parlamentsausschuss geführt. Eine sozialdemokratische Abgeordnete, die selbst Twitter nicht aktiv nutzt, wurde über Whatsapp von einer Bekannten von der Nachricht informiert, sagte ein Sprecher der SPÖ.

Richtigstellung noch während der Sitzung

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Die SPÖ-Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek fiel auf eine Falschnachricht herein

Die SPÖ-Fraktion bat daraufhin im gerade tagenden Sozialausschuss um ein Trauerminute für ihren ehemaligen Parteichef. Kurz darauf später habe die Abgeordnete den Fehler jedoch erkannt und in der Sitzung richtiggestellt, dass Vranitzky noch lebe, sagte der Sprecher.

Der 85-jährige Vranitzy war von 1986 bis 1997 Bundeskanzler. Die gefälschte Nachricht wurde von einem Twitter-Account abgesetzt, der vorgab, dem konservativen Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig zu gehören.

Italiener Tommaso Debenedetti erklärte schon viele Promis für tot

Die österreichische Zeitung „Der Standard“ berichtet, dass hinter dem Account Tommaso Debenedetti stecken soll. Der Italiener hat in der Vergangenheit online schon einige Persönlichkeiten totgesagt. 2011 war sogar der globale Ölpreis gestiegen, als er den Tod des syrischen Diktators Bashar al-Assad verkündet hatte.

Bei der Abgeordneten, die auf den makabren Scherz hereinfiel, handelt es sich dem Blatt zufolge um Gabriele Heinisch-Hosek. (uvo/dpa)