Chirurgin muss 2.700 Euro Strafe zahlen

Falsches Bein amputiert: Österreichische Ärztin verurteilt

Vor der Operation wurde bei dem 82-Jährigen aus Versehen das falsche Bein markiert (Symbolbild).
Vor der Operation wurde bei dem 82-Jährigen aus Versehen das falsche Bein markiert (Symbolbild).
© deutsche presse agentur

01. Dezember 2021 - 20:43 Uhr

Österreich: Vor der Operation das falsche Bein markiert

Weil sie einem mittlerweile verstorbenen Patienten das falsche Bein amputiert hat, ist eine Chirurgin in Österreich wegen grob fahrlässiger Körperverletzung unter besonders gefährlichen Verhältnissen zu einer Geldstrafe in Höhe von 2.700 Euro verurteilt worden, die Hälfte davon auf Bewährung.

Auch zweites Bein muss amputiert werden

Wie die "Salzburger Nachrichten" berichten, gestand die 43-jährige Chirurgin, einen "Fehler gemacht" zu haben, stritt eine "grobe Fahrlässigkeit" aber ab. Der Verteidiger habe dafür plädiert, dass das Kontrollsystem nicht funktioniert habe.

Im Mai habe einem 82 Jahre alten Mann im österreichischen Krankenhaus Freistadt ein Bein amputiert werden müssen. Weil er Vorerkrankungen gehabt habe, waren beide Beine beeinträchtigt. Vor der OP habe die Ärztin dann das falsche Bein markiert: das linke, nicht das rechte, wie das österreichische Portal "heute.at" berichtet.

Schmerzensgeld für Witwe

Bei solch einer größeren Operation hätte die 43-Jährige "noch ein zweites oder drittes Mal hinschauen müssen", so der Richter laut "ORF" in der Urteilsbegründung. Die Witwe des mittlerweile verstorbenen Patienten solle außerdem ein Schmerzensgeld in Höhe von 5.000 Euro erhalten.

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Fataler Fehler fällt erst beim Verbandswechsel zwei Tage nach OP auf

Die Chirurgin habe sich schon vor der OP mit dem Eingriff auseinander gesetzt. "Ich wusste, dass ich das linke Bein zu amputieren habe", sagte sie. Warum sie vor der OP dennoch das rechte Bein markiert habe, sei unerklärlich. "Ich weiß es einfach nicht", sagte die Ärztin mehrmals vor Gericht. Offenbar hätten Fehler in der OP-Planung stattgefunden, erzählte die Medizinerin nach Berichten der "Salzburger Nachrichten".

Zwei Tage nach der OP im Krankenhaus Freistadt sei der Patient laut "heute.at" dann zum Verbandswechsel erschienen. Dann erst sei der fatale Fehler aufgefallen. Unglücklicherweise habe dem zwischen den OPs und dem Gerichtsprozess verstorbenen Mann daraufhin sein zweites Bein ebenfalls amputiert werden müssen.

Laut "ORF" zeigten sich die Verantwortlichen im Krankenhaus Freistadt tief betroffen. Sie hätten von einem Fehler aufgrund menschlichen Versagens gesprochen und die Staatsanwaltschaft Linz eingeschaltet. (jmu/kra)