Schnorchlerin findet verschollenes Schmuckstück

Dieser Fisch trägt einen Ehering - nur nicht am Finger

Bei diesem Anblick staunte Schnorchlerin Susan Prior nicht schlecht.
Bei diesem Anblick staunte Schnorchlerin Susan Prior nicht schlecht.
© www.norfolkislandreef.com.au, Susan Prior

11. Mai 2021 - 20:38 Uhr

Paar vermisste Ehering seit Monaten

Ringfisch statt Ringfinger: Als Nathan Reeves Anfang des Jahres seinen Ehering im Urlaub auf Norfolk Island (rund 1.400 Kilometer östlich von Australien) verlor, war seine Frau Suzie Quintal alles andere als begeistert. Trotz allen Bemühungen tauchte das Schmuckstück nicht wieder auf. Bis Susan Prior, die auf der Insel lebt, sich vor wenigen Tagen auf eine ihrer gewohnten Schnorchel-Touren machte und dabei einen Fisch entdeckte, der etwas golden Glänzendes um den Bauch trug.

Fische mit "Halsbändern" keine Seltenheit

Susan schreibt auf ihrem Blog "Norfolk Island's Reef" regelmäßig über die Unterwasser-Flora und -Fauna der entlegenen Insel – ebenso wie über die Umweltverschmutzung, die auch in ihrer wunderschönen Heimat immer mehr zunimmt. Dass Fische und andere Tiere sich in Plastikmüll verfangen, hatte sie schon öfter gesehen und dokumentiert.

Doch mit was dieser Kleine da herumschwamm, war kein Ring einer Konservendose oder Plastikflasche: "Gestern habe ich eine weitere Meeräsche mit einem Ring-Halsband gesehen, aber dieses war metallisch-glänzend gold, mit deutlich weniger Algenwachstum als bei denen aus Plastik", schreibt Susan in ihrem Beitrag. Sie erinnerte sich sofort an die Facebook-Posts der lokalen Community, in denen Anfang des Jahres der Ehering "eines großen Mannes" gesucht worden war. "Es dauerte nicht lange, bis mein Verdacht bestätigt wurde: Wir haben jetzt eine arme Meeräsche, die von dem (teuren) goldenen Ehering von jemandem runtergezogen wird."

Fisch mit Ehering
Dieser Fisch trug den Ehering um den Bauch.
© www.norfolkislandreef.com.au, Susan Prior

Suche nach dem einen Ring geht weiter

Schnell waren Suzie und Nathan, die an der Gold Coast in Australien leben, ausfindig gemacht. "Ich konnte es nicht glauben. Ich habe ein paar Freunde auf der Insel, und sie sind ziemlich überzeugt davon, ihn zu finden", so Suzie zur australischen "Daily Mail". "Meinen Mann kümmert das nicht, er versteht die ganze Aufregung nicht. Ich mache mir nur Sorgen um den armen kleinen Fisch."

Vor Ort würden die Leute jetzt versuchen, Netze aufzutreiben, manche hätten eine Taucherausrüstung. "Die Leute mit den Booten mit Glasboden werden Ausschau halten – so gut ist Norfolk!", erzählt Suzie gerührt. Dem Fisch soll offenbar kein weiterer Schaden zugefügt werden: "Das Metall kann nur entfernt werden, wenn man den Fisch in einem Netz fängt und es sanft abstreift", so Taucherin Susan in der "Daily Mail". "Der Fisch scheint jetzt okay zu sein, aber wenn er weiter wächst, wird es ihm ins Fleisch schneiden."

Susan hofft, dass es sowohl für das Paar als auch das kleine Tierchen ein Happy End gibt: "Wenn der Ring aus langweiligem Plastik gewesen wäre, gäbe es diesen Ansporn nicht. Ich sehe das auch als tolle Gelegenheit, auf dieses Problem aufmerksam zu machen", schreibt die Naturliebhaberin auf ihrem Blog. (rka)

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