Ohne komplizierte Genehmigungsverfahren

Niedersachsen will Bau tierfreundlicher Ställe erleichtern

Symbolbild
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© dpa, Ingo Wagner, iwa jol kat uk jol vfd jol

16. Juni 2021 - 10:14 Uhr

Behördliche Stolpersteine statt schnelle Umbauten

Immer mehr Menschen achten beim Fleischkauf, wie das Tier gelebt hat. Nicht nur deshalb, sondern auch durch Änderungen in der Gesetzgebung, müssen viele Stallanlagen umgebaut werden – doch die Vorgaben der neuen Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung sind baurechtlich nicht umsetzbar, sagt das Landwirtschaftsministerium Niedersachsen und den Behörden seien die Hände gebunden, Umbauten für mehr Tierwohl zu genehmigen. Niedersachsen pocht deshalb beim Bund darauf, dass Landwirte Umbauten ihrer Ställe für mehr Tierwohl ohne langwierige Genehmigungsverfahren umsetzen können.

Schneller zu mehr Tierwohl

In einer Bundesratsinitiative, die die Landesregierung in Hannover am Dienstag auf den Weg gebracht hat, heißt es, dass neue Tierschutzstandards zeitnah und ohne große Zusatzkosten verwirklicht werden müssten – vor allem in Regionen mit viel Tierhaltung ständen Bau- und Umweltschutzrecht einer Genehmigung von Stallumbauten entgegen, so Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU). Vor 2013 errichtete Stallanlagen – so sieht es die Bundesratsinitiative vor –sollten ebenfalls zu mehr Tierwohl umgebaut werden dürfen, auch, wenn die Tierzahl nicht erhöht wird. Zudem fordert Niedersachsen, dass künftig auch Ersatzneubauten errichtet werden dürfen, um zum Beispiel veraltete Ställe entsprechend zeitgemäßer Anforderungen an das Tierwohl umzubauen oder die Stallgrundfläche ohne Erhöhung der Tierzahl zu erweitern, um so den Tieren mehr Platz zu bieten.

Landwirte müssen sich Umbau leisten können

"Für die Zukunft der Tierhaltung in Niedersachsen ist es von existenzieller Bedeutung, dass der Bund das Fachrecht anpasst und diese Umbauten ermöglicht", sagte die Ministerin. "Die Landwirte wollen mehr Tierschutz - das muss für die Tierhalterinnen und Tierhalter aber auch wirtschaftlich darstellbar sein." Landwirte, die mehr Platz für ihre Tiere schaffen und sich für mehr Tierschutz einsetzen wollten, hätten gegenwärtig oft mit aufwendigen Genehmigungsverfahren und zusätzlichen Ausgaben zu tun. (dpa/kum)