13. Juni 2019 - 9:07 Uhr

Lehrer aus Niedersachsen in U-Haft

Ein 36-jähriger Musiklehrer aus dem niedersächsischen Landkreis Schaumburg sitzt seit vergangenen Donnerstag in Untersuchungshaft, weil er sein eigenes Kind sexuell missbraucht und dabei wohl auch gefilmt haben soll. Kinderporno-Ermittler aus den USA machten die deutschen Behörden auf den Pädagogen aufmerksam. Die Staatsanwaltschaft hat nun Ermittlungen aufgenommen.

Fotos zeigen sexuellen Missbrauch in Niedersachsen

An dieser Schule soll der Lehrer Musik unterrichtet haben.
An dieser Schule soll der Lehrer Musik unterrichtet haben.
© RTL

Die US-Fahnder sind im Mai im Zuge weltweiter Ermittlungen gegen Kinderporno-Ringe im Internet auf den Lehrer aufmerksam geworden. Die in Niedersachsen für die Bekämpfung von Kinderpornografie zuständige Staatsanwaltschaft Hannover hat daraufhin die Ermittlungen aufgenommen.

Bei anschließenden Durchsuchungen im Haus des Mannes habe die Polizei dann kinderpornografisches Material entdeckt, sagte Nils-Holger Dreißig, Sprecher der Staatsanwaltschaft Bückeburg. Unter anderem stießen die Beamten auch auf Bilder eines sexuellen Missbrauchs in der eigenen Familie des Lehrers aus dem Jahr 2015, dort soll er sich an seinem eigenen Kind vergangen haben. Die vollständige Auswertung aller gefundenen Datenträger werde allerdings noch mehrere Monate dauern, so der Sprecher. Am 28. Mai sei er schließlich festgenommen worden.

"Man kann sich das nicht vorstellen"

Einwohner von Stadthagen sind schockiert über den Vorfall.
Einwohner von Stadthagen sind schockiert über den Vorfall in ihrer Stadt.
© RTL

Der 36-jährige Pädagoge hatte nach Angaben aus Ermittlerkreisen an einem Gymnasium in der Kreisstadt Stadthagen Musik unterrichtet. Er habe auch Kinderchöre in der Region geleitet, hieß es. Hinweise darauf, dass der Mann auch außerhalb seiner Familie Missbrauchstaten begangen hat, gebe es derzeit aber nicht, so der Sprecher. Auch ob der Lehrer sich zu den Vorwürfen geäußert hat, blieb offen. 

Die Einwohner von Stadthagen hat der Vorfall schwer getroffen. "Man kann sich das nicht vorstellen", sagte eine Passantin, "man kriegt Angst, dass er sich auch an den eigenen Kindern vergreifen könnte." Eine andere Stadthagenerin sagte: "Da fehlen einem die Worte, als Mutter wird man da unruhig." 

Die Schule, an der der verdächtige Pädagoge unterrichtet hat, werde derzeit schulpsychologisch unterstützt, sagte die Behörden-Sprecherin. Gemeinsam mit den Experten und der Polizei werde die Schulleitung darüber entscheiden, wie sie die Schulöffentlichkeit über den Fall informiere.