Familienvater hörte es "plumpsen"

Schock am Familienabend: Gase von Raclette-Grill töten Wellensittiche

06. Dezember 2021 - 9:20 Uhr

Vier Wellensittiche lagen tot im Käfig

Es soll ein gemütlicher Abend für Björn und Sarah Schnitzer aus Niedersachen werden. Zur Feier von Sarahs 31. Geburtstag stellen die Eltern eines Sohnes den Raclette-Grill auf und lassen es sich schmecken. Aber das Beisammensein endet mit einem Schock: Nach dem Essen liegen alle vier Wellensittiche der Familie tot im Käfig. Die Ursache sind giftige Gase vom Raclette-Grill. Wie konnte so etwas passieren, und sind die Gase auch für Menschen gefährlich? Mehr dazu im Video.

Vögel fielen von der Stange

"Ich war auf dem Weg zur Tür und wollte zu meiner Frau. Dann hab ich es zweimal plumpsen gehört", erinnert sich Björn Schnitzer. "Die Voliere ist ja groß, die Wellensittiche sitzen meistens oben auf der Stange. Und da sind sie unvermittelt runtergefallen." Sarah und Björn Schnitzer haben nicht die leiseste Ahnung, was der Grund dafür sein kann.

Aber: "Dann ist mir eingefallen, dass wir an Silvester vor circa zwei Jahren das Gleiche schon mal hatten", erzählt Sarah Schnitzer. "Allerdings hat es damals einen Wellensittich betroffen und die anderen drei nicht."

Lunge von Vögeln ist besonders empfindlich

Was den Schnitzers passiert ist, kommt immer wieder vor. Viele wissen nicht: Beim Erhitzen vor allem von leeren Pfännchen entstehen giftige Gase, die besonders für Vögel lebensbedrohlich sein können. "Vögel sind besonders empfindlich. Das liegt daran, dass sie eine besondere Lunge haben, die für das Fliegen ein Hochleistungsorgan ist", erläutert Tierarzt und Wissenschaftler Michael Pees. "Die Lunge reagiert auf diese Dämpfe sehr empfindlich."

Auch Kleinnager und Menschen könnten Problemen bekommen. Es handele sich aber nicht um ein spezielles Raclette-Problem, berichtet der Experte: "Das kann genauso entstehen, wenn man in der Küche eine beschichtete Pfanne ganz normal erhitzt."

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Giftige Gase vom Raclette-Grill – am besten regelmäßig lüften

Die Gefahr für Menschen ist in der Praxis aber gering: Zwar können die Gase das sogenannte Teflon-Fieber auslösen, das grippeähnliche Symptome hervorruft, aber nicht tödlich ist. Doch dazu müssten die leeren Pfannen schon über einen längeren Zeitraum auf rund 360 Grad erhitzt werden.

Um Gefahren für Tiere zu vermeiden, sollte man beim Raclette-Grillen regelmäßig lüften. Ein entsprechender Vermerk gehöre in die Warnhinweisen des Herstellers, finden Björn und Sarah Schnitzer. Sie hoffen, dass ihr Schicksal andere Haustierbesitzer vor der unterschätzen Gefahr warnt. (bst)